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Luftverkehr : Weitere Fluglinie am Boden

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Air New Zealand fand keinen Käufer für Ansett Bild: dpa

Nach der amerikanischen Midways hat jetzt als zweite Fluggesellschaft die australische Ansett ihren Betrieb eingestellt.

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          Nach der amerikanischen Midways hat jetzt als zweite Fluggesellschaft die australische Ansett ihren Betrieb nach den Terroranschlägen in den USA eingestellt. Beide Fluglinien waren zuvor bereits angeschlagen. Die deutsche Lufthansa wird nach Einschätzung von Analysten ihre Gewinnprognosen in diesem Jahr nicht halten können.

          Die Muttergesellschaft der hoch verschuldeten Ansett, Air New Zealand (ANZ), hatte Ansett zum Kauf angeboten, aber keinen Käufer gefunden. „Wir konnten Ansett leider nicht für einen Dollar hergeben“, sagte Peter Hedge vom freiwilligen Verwalter der Fluglinie, PricewaterhouseCoopers. Da keine andere tragbare Lösung gefunden worden sei, sei jetzt die Entscheidung zur Schließung Ansetts gefallen.

          Zahlreiche Sicherheitsprobleme bei Ansett

          Ansett hatte in den vergangenen Monaten mit zahlreichen Problemen zu kämpfen und war mehrfach mit Startverboten belegt worden, weil Sicherheitschecks nicht eingehalten wurden. Die zweitgrößte australische Gesellschaft fliegt Ziele in Australien und Asien an und bedient 38 Prozent des australischen Inlandsmarkts. Seit 1999 ist Ansett Mitglied des Luftfahrtbündnisses Star Alliance, zu der auch die Deutsche Lufthansa gehört.

          Bis zu 45.000 Passagiere standen vor verschlossenen Check-In-Schaltern, nachdem der am Mittwoch eingesetzte Abwickler am Freitagmorgen (Ortszeit) den gesamten Betrieb der Gesellschaft mit 16.000 Beschäftigten eingestellt hatte. Die Konkurrenzunternehmen Qantas und Virgin Blue boten Passagieren mit Ansett-Tickets Umbuchungen an, dennoch saßen zahlreiche Fluggäste fest. Auf allen australischen Flughäfen kam es zu massiven Verspätungen. Das Kabinett trat in Canberra zu einer Krisensitzung zusammen.

          Allein den eigenen Beschäftigten schuldet das Unternehmen noch 400 Millionen neuseeländische Dollar. Ansett war erst im vergangenen Jahr vollständig von der ANZ übernommen worden. Dadurch war ANZ selbst an den Rand des Zusammenbruchs geraten. Für die Tochterfirma schrieb das neuseeländische Unternehmen am Mittwoch 1,32 Milliarden neuseeländische Dollar ab. Zudem war Ansett unter Insolvenzverwaltung gestellt worden, nachdem ein Verkauf an die schärfste Konkurrentin, die australische Qantas, gescheitert war. Australiens Verkehrsminister John Anderson beteuerte, die Regierung in Canberra habe alles getan, um Ansett zu retten. Das Unternehmen sei aber von Air New Zealand “zu Grunde gerichtet“ worden.

          Lufthansa-Aktie am Boden

          Bei allen Fluglinien führen die Ausfälle im Flugverkehr nach den Anschlägen zu großer Unsicherheit. Erhöhte Sicherheitsanforderungen könnten in Zukunft zu einem Anstieg der Kosten führen. Zudem ist mit einer sinkenden Nachfrage nach Flügen zu rechnen. Die Annullierung von 28 Roundtrips von und nach Nordamerika und die Streichung der Verbindung nach Tel Aviv kostet Lufthansa direkt in der Passage pro Tag etwa acht Millionen Euro an Umsatz und fünf Millionen Euro an operativem Ergebnis, analysiert Uwe Weinreich von der HypoVereinsbank. Bei allen Fluglinien rechnet Pia-Christina Schulze von Merck Finck & Co. mittelfristig mit Ergebnisrückgängen. Die Lufthansa-Aktie notierte am Freitag zwischen elf und zwölf Euro und erreichte damit den tiefsten Stand seit April 1997.

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