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Luftverkehr : Ryanair lässt die Muskeln spielen

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Bald mit Ryanair-Logo Bild: dpa

Klotzen, nicht kleckern, ist derzeit das Motto von Ryanair. Der irische Billigflieger bestellt 100 Boeings und will damit den Markt umkrempeln.

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          Ryanair befindet sich im Aufwind. Während fast alle etablierten Fluggesellschaften nach dem 11. September über heftige Einbußen oder gar Verluste klagten, legte der irische Billigflieger stolz schwarze Zahlen vor. Angestachelt vom eigenen Erfolg kündigte Ryanair-Chef Michael O´Leary an, den Flughafen Hahn in der Nähe von Frankfurt zum kontinentaleuropäischen Drehkreuz auszubauen und hatte nichts dagegen, wenn der Schritt als Kampfansage an die Lufthansa auf ihrem eigenen Terrain gewertet wurde.

          Wie um dieses Selbstbewusstsein zu unterstreichen, hat Ryanair nun 100 Boeing-737 bestellt und ließ sich zugleich die Option auf weitere 50 sichern. Das ist die größte bislang bei Boeing eingegangene Bestellung für diesen Flugzeugtyp. Laut Preisliste hätte Ryanair 9,1 Milliarden Dollar für das Paket hinlegen müssen. Ein genauer Kaufpreis wurde zwar nicht genannt, doch man kann davon ausgehen, dass O´Leary einen erheblichen Abschlag ausgehandelt hat. Er jedenfalls bezeichnete den von Boeing verlangten Preis als „extrem kompetitiv“. In Branchenkreisen wird über einen Kaufpreis von 5,7 Milliarden Dollar spekuliert.

          Revolution auf der Kurzstrecke

          Der Deal soll laut O´Leary nichts weniger als zu einer „völligen Umkremplung der Kurzstrecken-Reisen in Europa“ beitragen, ähnlich wie die Fluggesellschaft Southwest es mit Hilfe von Boeing bereits in den Vereinigten Staaten vorgemacht hätte. Derzeit befördert Ryanair mit 39 Boeing 737 etwa zehn Millionen Passagiere im Jahr, mit der neuen Flugzeugflotte soll das Passagieraufkommen auf 40 Millionen im Jahr steigen.

          Der irische Billigheimer will die Maschinen nach und nach bis zum Jahr 2010 übernehmen. Bereits im kommenden Sommer wird Ryanair über insgesamt 44 Boeing 737 verfügen. Die Luftfahrtgesellschaft will ältere Boeing-737-200 Flugzeuge gegen die neuen Maschinen vom Typ 737-800 austauschen. Durch die Erweiterung der Luftflotte sollen 3.000 neue Arbeitsplätze entstehen.

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