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Luftverkehr : Lufthansa verzichtet auf Kündigungen

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Gute Nachrichten für die Belegschaft Bild: dpa

Lufthansa und die Tarifparteien haben sich auf ein Sparpaket geeinigt. Betriebsbedingte Entlassungen sind zunächst nicht vorgesehen.

          Bei der Lufthansa sind trotz der Branchenkrise betriebsbedingte Kündigungen bis Ende kommenden Jahres vom Tisch. Der Konzern einigte sich mit den Gewrkschaften auf ein millionenschweres Sparpaket, das die Fluggesellschaft wieder auf Kurs bringen soll.

          Vereinbart wurden unter anderem flexible Arbeitszeiten und eine Verlängerung der Tarifverträge für die Beschäftigten am Boden und in der Kabine um sieben Monate bis Oktober 2002. Auch die Piloten erklärten sich bereit, die laut Schlichterspruch für den 1. Februar 2002 vorgesehene Erhöhung der Grundvergütung um sieben Monate auf September 2002 zu verschieben.

          Kurzarbeit statt Kündigungen

          Für das Boden- und Kabinenpersonal wird die Zahlung der Hälfte des 13. Monatsgehalts im Mai 2002 zunächst ausgesetzt. Flexible Arbeitszeiten sollen vor allem für Mitarbeiter der Lufthansa Service GmbH (LSG) eingeführt werden. Auf Kurzarbeit für das Kabinenpersonal hatten sich Lufthansa und ver.di bereits vor einigen Wochen geeinigt. Durch die Maßnahmen soll der Konzern insgesamt 210 Millionen Euro mehr inder Kasse haben.

          Im Gegenzug erklärte sich die Lufthansa zum Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen auch in der Probezeit bereit und will ebenfalls die bis zum 30. September 2002 ausgebildeten Nachwuchspiloten übernehmen. Das Unternehmen rechnet damit, dass als Folge von Fluktuation, Sonderurlaub und Teilzeitangeboten im kommenden Jahr 1.700 Mitarbeiter weniger als geplant bei der Lufthansa in Deutschland arbeiten werden.

          „Pakt der Vernunft“

          Sowohl die Lufthansa als auch die Vereinigung Cockpit der Piloten und die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di zeigten sich erleichtert. Ver.di-Verhandlungsführer Jan Kahmann sprach von einem „Pakt der Vernunft“. Den 51.000 Beschäftigten würden beachtliche Opfer zugemutet, ihre Arbeitsplätze seien aber zunächst gesichert. Auch die Vereinigung Cockpit und Lufthansa-Personalvorstand Stefan Lauer würdigten den Abschluss.

          Nach den Anschlägen vom 11. September war die Luftfahrtindustrie weltweit in eine tiefe Krise gerutscht. Die Fluggesellschaften Swissair und Sabena mussten Konkurs anmelden; Alitalia und zahlreiche andere Linien kündigten einen massiven Arbeitsplatzabbau an. In der vergangenen Woche hatte die Lufthansa wegen der stark zurückgegangenen Nachfrage für 12.000 Mitarbeiter im Kabinendienst Kurzarbeit beantragt. Damit sollten Kündigungen vermieden werden; ausdrücklich ausgeschlossen waren sie aber zunächst nicht. Die Kurzarbeit soll rückwirkend zum 1. November gelten und wurde für sechs Monate bis Ende April 2002 beantragt.

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