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Luftverkehr : Lufthansa gewinnt an Höhe

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"Aktie ist sehr sehr günstig": Analyst Machemehl (MM. Warburg) im F.A.Z. Business-Radio Bild:

Die Lufthansa hat sich von der schweren Krise in der Flugbranche offenbar gut erholt. Branchenexperten lobten die vorgelegten Halbjahreszahlen.

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          Die Lufthansa ist nach dem harten Einbruch im Krisenjahr 2001 dank massiver Einsparungen wieder auf Kurs. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres stieg das operative Konzernergebnis auf 332 Millionen Euro.

          Knapp ein Jahr nach den Anschlägen in den USA liegt sie damit besser als im Vorjahres-Zeitraum mit damals 105 Millionen Euro. Für 2002 erwartet der Vorstand weiter ein operatives Ergebnis von „mindestens 500 Millionen Euro“, das bei einer Konjunkturbelebung in Deutschland noch steigen könne. „Das sind sehr, sehr starke Zahlen", sagte der Analyst Michael Benedikt von Julius Bär.

          Unter dem Strich rote Zahlen

          Obwohl sich der Nettogewinn im zweiten Quartal gegenüber der Vorjahresperiode auf 159 Millionen Euro verdreifachte, stehen unter dem Strich für das erste Halbjahr weiter rote Zahlen. Der Verlust nach Steuern verkleinerte sich aber auf 27 (Vorjahr: 43) Millionen Euro. Für das Gesamtjahr seien allerdings wieder schwarze Zahlen zu erwarten, kündigte Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley an.

          „Unser Kapazitäts- und Kostenmanagement hat sich als der richtige Kurs erwiesen“, sagte Vorstandschef Jürgen Weber. Wegen der um gut neun Prozent auf 21 Millionen Passagiere gesunkenen Buchungen hatte die Lufthansa ihr Sitzplatzangebot um zehn Prozent gekürzt. Investitionen wurden stark zurückgefahren.

          Positiv wirkte sich aus, dass wegen stillgelegter Jets und günstigerer Preise die Kerosinkosten um 22,4 Prozent auf 636 Millionen Euro sanken. Der Umsatz in den ersten sechs Monaten stieg um 4,7 Prozent auf 8,17 Milliarden Euro.

          Während das Fluggeschäft und die Technik Gewinne erzielten, brachte die Touristiktochter Thomas Cook („Neckermann“) 144 Millionen Euro Verlust (Vorjahr: minus 93 Millionen Euro) in die Bilanz ein. Auch die Verpflegungstochter LSG Sky Chefs schrieb rote Zahlen. Die Netto-Kreditverschuldung des Konzerns wurde abgebaut und lag im ersten Halbjahr 2002 bei 2,7 Milliarden Euro nach zuvor 4,2 Milliarden Euro.

          Ausblick positiv

          Für das Gesamtjahr 2002 rechnet die Lufthansa weiter mit einem operativen Gewinn von „mindestens“ 500 Millionen Euro, insofern die weltpolitische Situation stabil bleibe und es nicht zu neuen Anschlägen wie am 11. September komme, die die internationale Luftfahrtindustrie in ihre wohl schwerste Krise überhaupt gestürzt hatte.

          Die Prognose sei „sehr konservativ“, meinte Finanzvorstand Kley. Im vergangenen Jahr hatte die Lufthansa infolge der Ereignisse vom 11. September erstmals seit 1993 ein negatives Konzernergebnis von 600 Millionen Euro ausgewiesen. Kley bekräftigte, dass der Konzern für 2002 auch wieder eine Dividende zahlen werde.

          Aktie steigt

          Die Halbjahrszahlen wurden von der Börse mit Kursaufschlägen von zeitweilig über sieben Prozent honoriert. Als Begründung hieß es, das Ergebnis habe die Erwartungen der meisten Analysten klar übertroffen. Begrüßt wurde auch, dass die Nettoverschuldung deutlich heruntergefahren wurde. Das Management der Fluggesellschaft habe gute Arbeit geleistet, und das Ergebnisziel mute nach den Halbjahreszahlen „äußerst konservativ“ an, so Michael Benedikt von Julius Bär.

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