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Luftverkehr : Lauda übernimmt Mehrheit an Aero Lloyd Austria

  • Aktualisiert am

Steigt bei Aero-Lloyd ein, Niki Lauda Bild: dpa

Der österreichische Geschäftsmann und ehemalige Formel-1-Pilot Niki Lauda hat die Mehrheit an Aero Lloyd Austria übernommen. Zunächst soll der Flugverkehr nur mit zwei Maschinen wieder aufgenommen werden.

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          Der österreichische Geschäftsmann und ehemalige Formel 1-Pilot Niki Lauda hat nach eigenen Angaben die Mehrheit an Aero Lloyd Austria übernommen.

          Damit könnten Flugzeuge der österreichischen Tochter der insolventen deutschen Ferienfluggesellschaft Aero Lloyd möglicherweise bereits bald wieder starten. Allerdings kündigte Lauda am Mittwoch in Wien an, zunächst nur mit zwei Flugzeugen zu beginnen. Für den Großteil der überschuldeten Aero Lloyd wird derzeit weiter mit Investoren verhandelt.

          Ab Sommer 2004 möglicherweise mit mehr Flugzeugen

          Über die genaue künftige Anteilsverteilung bei der österreichischen Tochter-Airline sei Stillschweigen vereinbart worden, sagte Lauda. „Ich habe den Anteil von Michael Wolkenstein plus etwas mehr übernommen", sagte Lauda. Wolkenstein hatte bisher 51,25 Prozent an Aero Lloyd Austria gehalten. Die deutsche Aero Lloyd hielt die übrigen Anteile. Aus Branchenkreisen war zuvor verlautet, Lauda werde etwa drei Viertel an Aero Lloyd Austria halten.

          Lauda sagte, er wolle den Flugbetrieb mit zwei Flugzeugen beginnen und ab Sommer 2004 unter Umständen mit vier Flugzeugen arbeiten. Dies hänge noch davon ab, ob Verträge von Aero Lloyd Austria übernommen werden können, hieß es ohne genauere Angaben.

          Vorerst nur von Wien aus

          Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. „Ein Neustart für so ein Unternehmen kostet vier Millionen Euro", sagte Lauda. Die neue Airline - laut Lauda „eine Billigairline mit Qualität“ - solle vorerst nur vom Flughafen Wien aus operieren.

          Aero Lloyd Austria hat Lauda zuvor als „Wunschpartner“ bezeichnet. Der 54-Jährige hatte bereits einmal mit der Lauda Air eine Fluggesellschaft gegründet und bis 2000 betrieben. Lauda verhandelt derzeit noch mit den Reisekonzernen TUI und Thomas Cook über einen Fortbestand von deren Verträgen mit Aero Lloyd Austria.

          Die Ferienfluggesellschaft Aero Lloyd mit insgesamt 21 Flugzeugen mit Sitz in Oberursel bei Frankfurt hatte vor gut zwei Wochen wegen Überschuldung den Flugbetrieb sämtlicher 21 Flugzeuge in Deutschland und Österreich eingestellt. Die österreichische Tochter ist allerdings nicht vom Insolvenzverfahren betroffen und könnte den Flugbetrieb daher schneller wieder aufnehmen.

          Die BayernLB, mit 66 Prozent Haupteigner, hatte einen Sanierungsplan der Aero Lloyd abgelehnt und den Insolvenzantrag ausgelöst. Eine vollständige Rettung von Aero Lloyd mit 1.400 Beschäftigten gilt als schwierig. Neben den Investoren-Gesprächen laufen Verhandlungen über Bürgschaften sowie eine Reduzierung der vergleichsweise hohen Leasingraten für den Großteil der Flugzeuge.

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