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Luftverkehr : Easyjet will die Deutsche BA doch nicht kaufen

  • Aktualisiert am

Bleibt vorerst in der Luft: Deutsche BA Bild: AP

Die größte Billigfluggesellschaft Europas, Easyjet, will die Fluggesellschaft Deutsche BA doch nicht übernehmen. British Airways kündigte an, die deutsche Tochter nicht im Stich zu lassen.

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          Die Zukunft der Fluggesellschaft Deutsche BA (DBA) ist wieder ungewiss: Nach monatelangem Übernahmepoker verzichtete der britische Billigflieger Easyjet am Dienstag auf einen Kauf der defizitären British-Airways-Tochter.

          Als Gründe nannte das Unternehmen in London die strikten Arbeitsregelungen in Deutschland und eine abrupt verschlechterte Lage auf dem deutschen Flugmarkt, die auch Ergebnis einer aggressiven Preispolitik der Konkurrenz der Lufthansa sei. British Airways bedauerte den Verzicht von Easyjet, kündigte aber an, seine deutsche Tochter im Mutterkonzern oder mit einem anderen Partner fortführen zu wollen.

          DBA-Piloten zu teuer für Easyjet

          Easyjet hatte sich mit der Deutschen BA ein wichtiges Standbein im deutschen Markt sichern wollen. Die größte Billigfluggesellschaft in Europa wollte das Unternehmen aber nur übernehmen, wenn die Piloten flexiblere Arbeitszeiten zusicherten und die Flugzeiten deutlich erhöht würde. Die Verhandlungen zwischen Easyjet und den Piloten der Deutschen BA um einen entsprechenden Tarifvertrag waren jedoch gescheitert.

          British Airways erklärte unmittelbar nach dem Verzicht von Easyjet, der Deutschen BA drohe deshalb nicht das Aus. Es gebe keine Pläne, die DBA zu schließen, betonte der DBA-Aufsichtsratschef und Direktor für Investitionen und Allianzen bei British Airways, Roger Maynard, nach Angaben der deutschen Fluglinie in München. „Damit besteht Sicherheit für unsere Passagiere und Mitarbeiter.“ Die BDA beschäftigt nach eigenen Angaben 800 Mitarbeiter und bietet zur Zeit täglich rund 130 Flüge an.

          Easyjet zahlte bereits knapp 9 Millionen Euro

          Laut DBA sind British Airways und ihre deutsche Tochter nun offen für die Aufnahme von Gesprächen mit anderen Partnern. Sobald wieder Stabilität in die weltweite Airline-Industrie zurückkehrt sei und die deutsche Wirtschaft sich erholt habe, werde die DBA auf Grund ihrer „niedrigen Kostenstruktur“ und ihres derzeitigen Marktanteils von 42 Prozent „zur treibenden und profitablen Kraft im deutschen Markt“, betonte Maynard. „Entweder als Teil der British-Airways-Gruppe oder in Partnerschaft mit einem anderen Unternehmen.“

          Maynard räumte ein, der Übernahmeverzicht von Easyjet sei eine „enttäuschende Neuigkeit“. Allerdings habe die DBA in den vergangenen Monaten von der Übernahmeoption der britischen Billigfluglinie profitiert: „Easyjet hat nicht nur 8,9 Millionen Euro für die Aufrechterhaltung der Option gezahlt, sondern die Mitarbeiter der DBA konnten in dieser Zeit wichtige Erfahrungen an der Seite des Easyjet-Teams sammeln.“ Die von Easyjet gezahlten Millionen wurden demnach für die Fortentwicklung des DBA-Konzepts verwendet.

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