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Luftverkehr : Easyjet verspricht CO2-neutrale Flüge

Easyjet-Chef Johan Lundgren ist entschlossen, etwas gegen den Klimawandel zu tun. Bild: Reuters

Der Flugverkehr steht für immerhin 2 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Der Billiganbieter Easyjet will nun als erste Fluglinie den gesamten Ausstoß mit Klimaschutzprojekten kompensieren

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          Die europäische Billigfluglinie Easyjet verpflichtet sich als erste größere Airline der Welt zu CO2-Netto-Nullemissionen für alle ihre Flüge netzwerkweit. Das gab Unternehmenschef Johan Lundgren am Dienstag in London bei der Vorstellung der Geschäftszahlen bekannt. Die bei der Treibstoffverbrennung der Flugzeuge verursachten Kohlendioxid-Emissionen sollen mit Klimaschutzprojekten an anderer Stelle kompensiert werden.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Airline-Chef Lundgren wies vor Analysten Kritik an solchen Projekten zurück. „Es funktioniert, wenn man es mit den richtigen Projekten macht.“ Easyjet nannte drei Bereiche: forstwirtschaftliche Initiativen, also die Aufforstung von Wäldern, erneuerbare Energien und kommunale Klimaschutzprojekte. In diesem Geschäftsjahr werde man für die Kompensationsgeschäfte rund 25 Millionen Pfund (gut 29 Millionen Euro) ausgeben.

          Außerdem beteiligt sich Easyjet mit einer Absichtserklärung an Airbus' Forschung und Entwicklung von Hybrid- und Elektroflugzeugen. Der weltweite Flugverkehr steht nach Angaben der Luftfahrtbranche für etwa 2 Prozent der globalen CO2-Emissionen. Airbus-Chef Guillaume Faury ließ sich in einer Mitteilung mit den Worten zitieren, ökologische Ziele hätten für ihn höchste Priorität.

          Er verwies auf ein Gemeinschaftsprojekt mit dem amerikanischen Start-up-Unternehmen Wright Electric. Dieses hat sich zum Ziel gesetzt, innerhalb eines Jahrzehnts ein vollelektrisches Verkehrsflugzeug zu bauen, das Passagiere innerhalb der europäischen Streckennetze von Easyjet befördern kann. Derzeit hat es mit dem Bau eines Antriebs für ein neun-sitzigen Flugzeug begonnen. Für große Flugzeuge wird die Entwicklung von Hybrid- und Elektroantrieben wohl noch bis in die 2030er Jahre dauern.

          Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2018/2019, das für Easyjet am 30. September endete, lag am oberen Ende der Erwartungen von Analysten. Der Aktienkurs stieg am Dienstag nach Bekanntgabe der Geschäftszahlen um gut 4 Prozent auf mehr als 13,30 Pfund. Der ausgewiesene Jahresgewinn vor Steuern sank zwar auf 427 Millionen Pfund (495 Millionen Euro), doch die Gesamtkapazität konnte kräftig um 10,3 Prozent gesteigert werden, und die Passagierzahlen stiegen um 8,6 Prozent auf mehr als 96 Millionen.

          Positive Entwicklungen seien auch bei den operativen Abläufen zu erkennen, schrieb das Unternehmen: Die Flug-Stornierungen konnten um 46 Prozent und die Fälle von Verspätungen von mehr als 3 Stunden um 24 Prozent gesenkt werden. Für das kommende Geschäftsjahr erwartet Easyjet nur ein Wachstum um rund 3 Prozent. Konzernchef Lundgren sagte zur Luftfahrtbranche, es herrsche sehr starker Wettbewerb und Preiskampf. 50 Prozent ihrer Flugtickets lägen unter 50 Pfund (58 Euro).

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