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Luftverkehr : Billigflieger auf Einkaufstour

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Billigflieger ziehen in schlechten Zeiten Bild: dpa

Während die großen Airlines weiter Kosten senken, stellen sich Ryanair und Easyjet mit Flugzeugbestellungen auf wachsende Passagierzahlen ein.

          2 Min.

          Während die Flaute große Airlines weiter dazu bringt, Kosten zu senken und Routen zu kappen, stellt sich die Armada der Billigflieger breiter auf. Die irische Ryanair zieht Teile ihrer Flugzeugbestellung vor. Konkurrent Easyjet verhandelt nach der Übernahme von Go Fly mit Boeing und Airbus über den Kauf von 120 Flugzeugen.

          Die Billigflieger liegen weiter im Aufwärtstrend. 38 Prozent mehr Fluggäste von April bis Juni im Vergleich zum Vorjahreszeitraum meldeten die Iren mit dem Deutschland-Stützpunkt Frankfurt-Hahn. Damit nutzten im abgelaufenen Quartal 3,5 Millionen Passagiere die Möglichkeit, ohne Getränke und Platzreservierung von A nach B zu kommen. Zwar bewegen sich die Billigflieger noch immer in einem Nischenmarkt - zum Vergleich: 3,9 Millionen Fluggäste hatte die Lufthansa allein im Monat Juni - doch der Markt wächst.

          Ryanair will bei Passagierzahlen noch weiter zulegen

          Mit 15 Millionen Passagieren rechnet Ryanair-Chef Michael O'Leary in diesem Geschäftsjahr (bis 31. März 2003). 13 Maschinen aus der Bestellung von 105 Boeing 737-800 bis zum Jahr 2010 sollen deshalb bereits ab dem kommenden Frühjahr für Ryanair abheben. Auch für das Geschäftsjahr 2004 zeigt sich O'Leary optimistisch. Statt 25 Prozent will Ryanair um 30 Prozent bei den Passagierzahlen wachsen und dann knapp 20 Millionen Fluggäste befördern.

          Kopf an Kopf mit Easyjet

          Damit liefern sich die Iren ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem neuen Branchenprimus Easyjet. In der vergangenen Woche vollzogen die Briten die Übernahme des Wettbewerbers Go Fly. Nun verhandelt Easyjet-Chef Ray Webster mit Boeing und Airbus über den Kauf von 120 Flugzeugen und eine Option über 120 weitere Maschinen bis zum Jahr 2010. 14 Millionen Passagiere zählten die beiden Gesellschaften bis Juni und zogen damit knapp an Ryanair vorbei.

          Wird die Kaufoption auf die Deutsche Ba, die bis März kommenden Jahres läuft, eingelöst, klettern die Fluggastzahlen nochmals um etwa drei Millionen pro Jahr. Vor allem in Südeuropa macht Easyjet nun den Iren Konkurrenz. Für Italienreisende bietet Easyjet Alternativen zu Ryanair; die iberische Halbinsel fliegt Ryanair gar nicht an, während Easyjet und Go, die bis Ende März 2003 noch getrennte Flugpläne haben, acht Flughäfen ansteuern.

          Vorsicht bei den Großen

          Vorsichtig eingestellt sind dagegen die großen Fluggesellschaften. Zwar schreibt British Airways im gerade abgelaufenen Quartal (zum 30.06.) mit einem operativen Ergebnis von 250 Millionen Euro wieder schwarze Zahlen. Chief Executive Rod Eddingten rechnet allerdings mit einem schwächeren Passagieraufkommen in diesem Jahr und hat die Prognose zurückgenommen. 7.500 gestrichene Stellen im vergangenen Jahr reichen der Fluglinie noch nicht aus. Die Kosten müssten weiter sinken, kündigte Eddington an.

          Noch punkten die Billigflieger bei den Kosten. Im Auge behalten müssen Ryanair und Easyjet sie jedoch auch. Im ersten Quartal kletterten die Erlöse bei Ryanair um 29 Prozent, doch auch die Kosten stiegen um 22 Prozent.

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