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Lufthansa : Weber will Rentabilität steigern

  • Aktualisiert am

Probleme bei der Lufthansa Bild: AP

Konzernchef Jürgen Weber erklärt den Lufthansa-Aktionären seine Pläne zur Effizienzsteigerung.

          2 Min.

          Die Deutsche Lufthansa AG geht trotz ihrer Gewinnwarnung in der vergangenen Woche davon aus, die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft des Konzerns auch im laufenden zu stärken.

          Der Konzern stehe zwar vor großen Herausforderungen, sagte der Vorstandsvorsitzende Jürgen Weber auf der Hauptversammlung in Köln, das Unternehmen werde jedoch alles daran setzen, diese zu bewältigen. Nun würden Maßnahmen und Strategien entwickelt, um die Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft trotz eines deutlich steigenden Kostendrucks weiter zu verbessern. So sollen einige Projekte des angelaufenen Konzernprogramms D-Check zur Effizienzsteigerung beschleunigt angepackt werden.

          Den Konzern will der Vorstandsvorsitzende im Rahmen des D-Checks umfassend und akribisch auf den Prüftstand stellen. Jedes Konzernunternehmen werde bestehende Prozesss und Verfahren prüfen und da, wo sie notwendig würden, Veränderungen einführen. Das D-Check-Programm diene der Sicherung der Wettbewerbstauglichkeit und habe durch die jüngsten Entwicklungen an Dringlichkeit gewonnen, sagte Weber. In den nächsten drei Jahren rechnet Lufthansa mit einem zusätzlichen Cash-Flow-Beitrag durch das Programm von einer Milliarde Euro.

          Schlichterempfehlung trotz Bedenken zugestimmt

          Die Gewinnwarnung, die der Konzern in der letzten Woche ausgesprochen hatte, bezeichnete Weber als einen Ausweis der Offenheit, Probleme rechtzeitig zu kommunizieren und anzugehen. “Wir stapeln nicht tief“, betonte der Lufthansa-Chef. Zum Tarifkonflikt mit den Piloten, der zu Umsatzausfällen und Streikkosten in Höhe von 75 Millionen Euro geführt hatte und durch den Schlichterspruch zu Mehraufwendungen von 125 Millionen Euro, sagte Weber, der Konzern habe der Schlichterempfehlung trotz schwerer Bedenken zugestimmt, da er trotz aller Mehrbelastungen innovative und tragfähige Lösungsansätze enthalte.

          Die Vereinbarung sei mehr als ein Kompromiss in Fragen einer Gehaltserhöhung, da sich das neue Vergütungssystem stärker am Unternehmenserfolg orientiere und mit der ungewöhnlich langen Laufzeit von 39 Monaten für längere Zeit Planungssicherheit gegeben sei. Zu denken habe Weber die Unerbittlichkeit der Piloten gegeben, die ohne Rücksicht auf andere Beschäftigungsgruppen agiert hätten. Belastend für Lufthansa werde sich auch die langfristig wirksame dauerhafte Erhöhung der Pensionsrückstellungen auswirken.

          Kritik an Deutscher Flugsicherung

          Kritik übte Weber darüber hinaus an den Leistungen der Deutschen Flugsicherung (DFS). Die buchstäblich über Nacht eingetretene drastische Leistungsverschlechterung der DSF, die innerdeutsch die größten Flugsicherungsverspätungen in Europa produziere, koste Lufthansa zur Zeit rund eine halbe Million Euro pro Tag. Angesichts der belastetenden Faktoren sei die prognostizierte Wiederholung des operativen Vorjahresergebnisses in Höhe von einer Milliarde Euro nicht mehr zu erreichen, bekräftigte Weber vor den Aktionären.

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