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Führungskraft gesucht : Lufthansa muss neuen Chef für Eurowings suchen

Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Karl Ulrich Garnadt länger im Amt bleiben könnte. Bild: dpa

Das kommende Jahr wird zur Bewährungsprobe für die Billigplattform Eurowings. Nun muss der Mutterkonzern einen neuen Chef für das Segment finden. Der Amtsinhaber scheidet aus.

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          Der Lufthansa-Konzern muss sich einen neuen Vorstand für seine Billigflug-Plattform Eurowings suchen. Amtsinhaber Karl Ulrich Garnadt steht nicht mehr für diesen Posten zur Verfügung. Offiziell begründet er seinen Abgang mit Altersgründen. „Wir haben bei Lufthansa seit vielen Jahren eine feste Regel, die besagt: Vorstände scheiden mit 60 Jahren aus dem aktiven Lufthansa-Dienst aus. Diese Regel gilt selbstverständlich auch für mich“, sagte Garnadt in einem internen Interview für die Mitarbeiter-Plattform, das der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vorliegt.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Zuletzt hatte es Spekulationen gegeben, dass Garnadt länger im Amt bleiben könnte. Nun ist lediglich unklar, wann die Amtsübergabe an einen noch zu findenden Nachfolger erfolgen soll. Garnadt bietet in dem Gespräch an, zumindest übergangsweise seine Aufgaben fortzuführen. „Auch nach bald 38 aktiven Lufthansa-Jahren bin ich hochmotiviert, mich für den Erfolg dieser großartigen Firma mit ganzer Kraft einzusetzen“, sagte er. Der Konzern-Aufsichtsrat berät nach F.A.Z.-Informationen am 7. Dezember über die Personalie.

          Der Abgang erfolgt in einer kritischen Phase für Eurowings, die sich der wachsenden Konkurrenz von Gesellschaften wie Ryanair ausgesetzt sieht. Die irische Billgfluggesellschaft hatte jüngst bekannt gegeben, ab dem kommenden Frühjahr auch die Lufthansa-Heimatbasis in Frankfurt anzusteuern, und lockt zum Auftakt mit Ticket ab 9,99 Euro. Als Reaktion darauf, will Lufthansa den eigenen Billigableger ab 2018 auch nach Frankfurt schicken.

          „Viele Airlines in Europa kämpfen um ihre Zukunft, nicht wenige drohen sie zu verlieren“, beschreibt Garnadt die Wettbewerbslage, ohne Namen von bedrohten Wettbewerbern zu nennen. Eurowings steht allerdings davor, am Rettungspaket für die angeschlagene Air Berlin mitzuwirken. So sollen im kommenden Frühjahr 35 Flugzeuge von Air Berlin in den Eurowings-Betrieb integriert werden, die die Gesellschaft von dem angeschlagenen Berliner Unternehmen samt Personal mieten will. Noch sind die Verträge nicht unterzeichnet. „Sie sind auf gutem Weg, und ich bin zuversichtlich, dass wir zeitnah zum Abschluss kommen und 2017 loslegen können“, sagt Garnadt dazu.

          In den vergangenen Monaten hatte Eurowings wiederholt mit Verspätungen zu kämpfen. Ursachen waren ungeplante längere Wartungspausen für Flugzeuge und auch Personalengpässe. 2017 soll sich das nicht wiederholen. Eurowings werde die Kapazitäts- und Personalplanung so anpassen, „dass wir unseren Flugplan auch bei unvorhergesehenen Engpässen zuverlässig fliegen können“, kündigte Garnadt an.  

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