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Machtkampf um Fluglinie : Lufthansa-Hilfe gefährdet – Aktienkurs fällt um bis zu 9 Prozent

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Der Frankfurter Flughafen als Notparkplatz für Boeing-747-Maschinen der Lufthansa (Archivbild) Bild: AP

Stimmen die Aktionäre dem neun Milliarden Euro umfassenden Rettungspaket für die Lufthansa zu? Das scheint ungewisser denn je.

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          Das neun Milliarden Euro schwere staatliche Rettungspaket für die Deutsche Lufthansa wackelt. Drei Tage vor der außerordentlichen Hauptversammlung blieb an diesem Montag die Strategie des Großaktionärs Heinz Hermann Thiele weiterhin unklar. Auch in den Verhandlungen mit den Gewerkschaften um Sparbeiträge der Beschäftigten zeichnete sich noch keine Einigung ab. Am ersten Börsentag nach dem Abstieg aus dem Leitindex Dax musste die Aktie zudem wegen der Unsicherheiten deutliche Kursabschläge hinnehmen – ihr Wert verminderte sich um bis zu 9 Prozent im frühen Handel, später pendelte sich das Kursminus auf ungefähr 4 Prozent ein.

          In Berlin trafen Regierungsvertreter mit dem Lufthansa-Großaktionär Thiele und dem Vorstandsvorsitzenden Carsten Spohr zusammen. Der 79 Jahre alte Milliardär hatte sich in den vergangenen Monaten mehr als 15 Prozent der Lufthansa-Aktien gesichert.

          Da laut Spohr wohl weniger als 38 Prozent der Stimmrechte auf der Hauptversammlung am Donnerstag vertreten sind, könnte Thiele allein den geplanten Staatseinstieg verhindern. In einem Interview mit der F.A.Z. hatte er sich gerade kritisch zur geplanten 20-Prozent-Beteiligung des Bundes geäußert.

          Abstieg aus dem Dax

          Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) verteidigte hingegen abermals das staatliche Rettungspaket. „Wir hatten eine sehr gute Diskussion mit dem Lufthansa-Management und haben einen sehr guten Plan entwickelt, über den es auch Einigung mit Brüssel gibt“, sagte Scholz am Montag während einer Konferenz in Frankfurt, zu der sich der Minister per Video aus Berlin zuschaltete. „Der Plan ist wohlüberlegt.“

          Parallel ging das Ringen um Einsparungen beim Personal weiter. Unternehmen und Gewerkschaftsvertreter bestätigten nur die Fortsetzung der Verhandlungen am Montag, wollten aber keinen Zeitpunkt für eine mögliche Einigung mehr nennen. Ursprünglich war dieser Montag als Termin avisiert worden, um die Ergebnisse noch vor der Hauptversammlung präsentieren zu können.

          LUFTHANSA

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          Der von der Corona-Krise hart getroffene Konzern hat wegen der dauerhaft geringeren Nachfrage den weltweiten Personalüberhang auf 22.000 Stellen beziffert. Davon entfallen ungefähr 11.000 Stellen auf Deutschland. In den Verhandlungen sollen nun Maßnahmen vereinbart werden, um möglichst viele Mitarbeiter an Bord zu halten. Das sind zum Beispiel ausgeweitete Teilzeitmodelle und der Verzicht auf Gehaltssteigerungen und Zulagen. Beteiligt sind die Gewerkschaften Verdi, Ufo und Vereinigung Cockpit, die bereits verschiedene Sparvorschläge unterbreitet haben.

          Die Sorgen um das Rettungspaket drückten die Anteile des Dax-Absteigers zwischenzeitlich deutlich. Heftige Verluste während des Corona-Crashs hatten dazu geführt, dass die Aktie des größten Luftverkehrskonzerns Europas ihren  Platz im deutschen Leitindex räumen musste und nun dem M-Dax der mittelgroßen Werte angehört.

          Der Konzern mit 138.000 Beschäftigten rechnet damit, dass die Erholung der Nachfrage im Luftverkehr nur langsam verläuft. Derzeit hebt nur ein kleiner Teil der Lufthansa-Flotte zu Reisezielen ab. Im ersten Quartal brockte die Corona-Krise dem Konzern einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro ein. Die Geldreserven schwinden schnell.

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