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Ufo-Gewerkschaft : Lufthansa-Flugbegleiter streiken am Dienstag weiter

  • Aktualisiert am

Bild: reuters

Lufthansa-Fluggäste müssen sich weiterhin auf Behinderungen einstellen. In München und Frankfurt sollen auch die Langstrecken bestreikt werden. Analysten rechnen mit einem Schaden von 20 Millionen pro Tag.

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          Seit den frühen Morgenstunden bestreiken die Flugbegleiter Frankfurt, Düsseldorf und erstmals auch München. Der Konzern streicht 929 Flüge. Das sind ebenso viele wie am Freitag und Samstag zusammen. 113.000 Fluggäste müssen am Boden bleiben oder auf alternative Transportmittel umsteigen. Ein Lufthansa-Sprecher sagte am Montag, es werde versucht, möglichst viele Kunden auf die Bahn oder andere konzerninterne Airlines umzubuchen. Von den Langstrecken-Flügen fielen bis auf einen von Frankfurt nach Tampa (Vereinigte Staaten) sowie zwei von München nach Newark (Vereinigte Staaten) und Schanghai (China) alle aus.

          Die Gewerkschaft der Flugbegleiter erhöht damit nochmals den Druck auf die Lufthansa. Es dürfte am Montag zu längeren Schlangen an den Transitschaltern kommen wegen der zahlreichen Umbuchungen, sagte ein Sprecher des Flughafen-Betreibers Fraport. Ansonsten laufe bislang aber alles in geordneten Bahnen. Im Transitbereich stünden rund 600 Betten, davon seien in der Nacht aber höchstens 50 belegt gewesen. Es hätten nicht viele Passagiere am Flughafen übernachten müssen. 

          20 Millionen Euro Schaden pro Streiktag

          Geplant war, dass das Kabinenpersonal in Frankfurt und Düsseldorf bis 23.00 Uhr die Arbeit niederlegt, in München bis Mitternacht. Die Tarifverhandlungen für die Stewardessen und Stewards der Lufthansa ziehen sich bereits seit zwei Jahren hin. Strittig sind vor allem die komplexen Regelungen zu Betriebs- und Übergangsrenten von rund 19 000 Flugbegleitern. Der erste Ausstand der Flugbegleiter in der aktuellen Tarifrunde soll bis einschließlich Freitag fortgesetzt werden.

          Gewerkschaft Ufo : Zehntausende von Flugbegleiterstreik betroffen

          Der Flugbegleiter-Streik kommt die Lufthansa teuer zu stehen. Auf Basis der Erfahrungen von vorherigen Streiks belaufe sich der tägliche Verlust durch den Ausstand des Kabinenpersonals auf einen deutlich zweistelligen Millionen-Betrag, sagte ein Lufthansa-Sprecher am Montag. Der konkrete Schaden könne erst in einigen Wochen beziffert werden, wenn feststehe, wie viele Passagiere umgebucht haben oder in einem Hotel untergebracht werden mussten. Analysten schätzen, dass die Lufthansa bei einer Arbeitsniederlegung auf allen Strecken - also auf den Europa- und Überseeflügen - pro Tag rund 20 Millionen Euro Betriebsgewinn einbüßt.

          Der Ufo-Streik begann am Freitagnachmittag in Frankfurt und Düsseldorf und soll bis Ende der Woche dauern. Die Chancen auf ein baldiges Ende des Arbeitskampfes gelten derzeit als gering. Der Clinch zwischen Gewerkschaft und Lufthansa um die Altersversorgungen für die 19.000 Stewards und Stewardessen bereits seit zwei Jahren tobt.

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