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Lufthansa-Einigung : Erste Etappe

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Die Gewerkschaft Verdi und die Lufthansa haben sich geeinigt. Das Unternehmen entschloss sich zu einer schnellen Lösung des fast vierwöchigen Tarifkonflikts. Aus gutem Grund: Ein längerer Arbeitskampf wäre teurer und unkalkulierbar geworden.

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          Der Gewerkschaftsvorsitzende von Verdi, Frank Bsirske, macht Urlaub in der Südsee, während die Mitglieder für höhere Löhne bei der Lufthansa streikten. Dass er ein ihm als stellvertretendem Aufsichtsratsvorsitzenden zustehendes Erste-Klasse-Ticket nutzte, muss er den Streikposten vielleicht erklären. Sie waren am Montag in einen unbefristeten Streik getreten, um höhere Löhne zu erkämpfen, weil sie an dem guten Vorjahresergebnis der Fluggesellschaft teilhaben wollten.

          Nach Hunderten von Flugausfällen ist ihnen das mit der am Freitag geschlossenen Tarifeinigung gelungen. Einschließlich der Einmalzahlung summiert sich der Abschluss nach Gewerkschaftsrechnung auf 7,4 Prozent. Das ist ein Stück weg von der Forderung von 9,8 Prozent, aber im oberen Bereich der Tariferhöhungen in diesem Jahr in Deutschland.

          Die Lufthansa hat sich für eine schnelle Lösung entschlossen

          Die Lufthansa hatte die Wahl, noch höhere und steigende Kosten durch den Arbeitskampf hinzunehmen oder noch einmal bei ihrem Gehaltsangebot nachzulegen. Sie hat sich zu einer schnellen Lösung des seit dem Scheitern der Verhandlungen fast vierwöchigen Tarifkonflikts entschlossen. Denn ein längerer Arbeitskampf wäre teurer und unkalkulierbar geworden, auch was das schließlich zu erzielende Ergebnis angeht. Das tatsächlich Erreichte gibt wegen der langen Laufzeit von 21 Monaten für das kommende Jahr Planungssicherheit.

          Denn wenn sich nicht alle Fachleute täuschen, dann wird sich die Luftfahrtkonjunktur weiter verschlechtern. Schon jetzt sind international mehr als zwanzig Fluggesellschaften insolvent, und die Zahl dürfte sich noch erhöhen. Die Lufthansa, als Besserverdienender unter den Fluglinien, hat noch während des Arbeitskampfs ihre Sparbemühungen erhöht und unter anderem einen Einstellungsstopp verfügt.

          Es könnten trotz der Einigung noch weitere Streiktage folgen

          Dennoch ist noch keine Tarifruhe bei der Lufthansa eingekehrt. Mit der Pilotengewerkschaft ist noch keine Einigung bei den Konzerngesellschaften Eurowings und Lufthansa Cityline gefunden worden. Die Arbeitskämpfe dort hatten zu mehreren hundert Flugstreichungen im Regionalflugverkehr geführt. Und weitere Streiktage könnten folgen, da es auch hier nicht nur um mehr Geld, sondern um Organisationsfragen geht. Die Tariflandschaft bei Lufthansa ist noch nicht ganz befriedet.

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