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Lufthansa : Auch mit 75 Jahren weiter wachsen

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Lufthansaflotte: Zuwachs ist in der Planung Bild: Lufthansa-Pressestelle

Nach der Privatisierung hat sich die Lufthansa zu einem profitablen Konzern entwickelt. Das Unternehmen ist gut positioniert, die Aussichten für das nächste Jahr sind positiv.

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          Der Kranich ist kräftig und wohl genährt. Die Deutsche Lufthansa nimmt 75 Jahre nach ihrer Gründung von einer festen Basis Kurs auf den hart umkämpften Wettbewerb am Himmel. Das einstige angeschlagene Staatsunternehmen hat sich nach seiner vollständigen Privatisierung zu einem profitablen Konzern entwickelt.

          Am erwarteten weltweiten Wachstum des Luftverkehrs im nächsten Jahrzehnt will die zweitgrößte Airline Europas entscheidend partizipieren. Dabei setzt die Lufthansa auf ihre besondere Stärke: die Kraft der Allianzen.

          Mit der „Star Alliance“ aus 13 Fluggesellschaften in den wichtigen Märkten des Globus hat die Lufthansa ein Airline-Bündnis aufgebaut, das in der Branche als das leistungsfähigste gilt.

          Weltweites Netzwerk

          Durch abgestimmte Flugpläne mit gemeinsamen Flugnummern senken die Partner Kosten, vermeiden Überkapazitäten und können ihre Marktmacht stärken. Ein wichtiger Teil des Passagier-Wachstums der Lufthansa in Europa und auf den Interkontinental-Strecken werde aus diesem „starken Netzwerk“ hervorgehen, heißt es in einer Studie der Credit Suisse First Boston. Durch die Partnerschaft mit Air China hat die Lufthansa den letzten weißen Fleck auf ihrer Kooperations-Landkarte gefüllt.

          Neben der weiteren Vertiefung der Zusammenarbeit könnte in der Allianz künftig auch die Frage gegenseitiger Kapitalbeteiligungen aktuell werden. „Im Prinzip sind wir daran nicht interessiert, da sie für die Zusammenarbeit im operativen Geschäft nicht nötig sind“, sagt Lufthansa-Chef Jürgen Weber. „Wenn unsere Partner dies aber wünschen, müssen wir darüber sprechen.“ Bei der Teilprivatisierung des Allianz-Mitglieds Thai Airways hat sich die Lufthansa bereits um einen Zehn- Prozent-Anteil beworben.

          Gute Aussichten für 2001

          Im Jahr 2000 hat die Lufthansa viele Beobachter mit einem guten Abschneiden trotz gestiegener Treibstoffkosten beeindruckt. Vor allem die vorausschauenden Preissicherungskäufe zahlten sich aus. Für 2001 gelten die Rahmenbedingungen für die weltweite Luftfahrt wieder als günstiger. „Die Nachfrage nach Luftverkehrsleistungen zieht an“, sagt Christian Obst, Analyst für Transport und Logistik bei der HypoVereinsbank in München. Die Ölpreise seien wieder gesunken, in Europa sei ordentliches Wachstum zu erwarten. „Nur extreme Konjunktureinbrüche können das Fracht- und Passagieraufkommen nachhaltig beeinflussen“, meint Obst.

          Auch auf dem heimischen Markt setzt die Lufthansa trotz großer Dominanz auf Partner. Um Kunden zu binden, will sie etwa mit ihrer Beteiligung an der Fluggesellschaft Eurowings ihre regionale Stellung stärken. Außerdem ist eine engere Verknüpfung mit dem Hochgeschwindigkeitsnetz der Bahn angestrebt. Ein Pilotprojekt startet im März. Reisende können dann vom Stuttgarter Hauptbahnhof für Weiterflüge ab Frankfurt einchecken und schon im ICE das Gepäck aufgeben. „Die Passagiere bleiben sicher bei uns, wenn diese Zugverbindung funktioniert“, sagt Lufthansa-Kapitän Weber. Wird das Projekt angenommen, sollen bald auch Zubringer-Züge von Köln und Nürnberg zum Frankfurter Flughafen rollen.

          Streitpunkt „Nachtflugverbot“

          Am größten deutschen Airport, dem zentralen Knotenpunkt ihres weltweiten Geschäfts, drängt die Lufthansa auf schnelle Genehmigungen für die geplante Erweiterung um eine neue Landebahn. Doch das Vorhaben ist vor Ort umstritten. Zuspitzen dürfte sich die politische Auseinandersetzung vor allem in der Frage eines Nachtflugverbots, auf das sich Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) für den Fall des Ausbaus festgelegt hat. Die Drohung der Lufthansa, Aktivitäten nach München zu verlagern, hat dem kräftigen Kranich bei Politikern und Anwohnern Kritik eingetragen.

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