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Luftfahrtbranche : Lufthansa-Vorstand kürzt sich das Gehalt

  • Aktualisiert am

Setzt ein Zeichen: Lufthansa-Chef Jürgen Weber Bild: dpa

Der Lufthansa-Vorstand verordnet sich eine Gehaltskürzung. Die Hoffnung dahinter: Auch andere Konzerngruppen sollen nachziehen.

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          Der Lufthansa-Vorstand hat beim Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen bei der Fluggesellschaft Zeichen gesetzt: Auf Vorschlag von Vorstandschef Jürgen Weber werden die vier Vorstandsmitglieder auf zehn Prozent ihrer Grundbezüge verzichten. Sie gehen zudem davon aus, dass auch ihre dividendenbezogene Tantieme ausfällt.

          Lufthansa-Sprecher Klaus Walther bestätigte am Samstag in Frankfurt einen entsprechenden Bericht des Magazins „Focus“. Der Vorstand wolle bei dem Bemühen, betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, mit gutem Beispiel voran gehen. Er erwarte, dass das gesamte Führungsteam dies als Signal verstehe und dem Schritt folgen werde, sagte der Konzernsprecher. Das Führungsteam besteht laut Walther aus knapp 1.000 Mitarbeitern. Ein Einkommensverzicht ist nur auf freiwilliger Basis möglich.

          Beschluss mit Signalwirkung?

          Außerdem werde von dem Vorstandsbeschluss eine Signalwirkung auf die Verhandlungen mit den Gewerkschaften erhofft, sagte Walther. Bei den Verhandlungen mit ver.di und der Vereinigung Cockpit geht es um Kostensenkungen, um Entlassungen zu vermeiden.

          Der Vorstand wolle „vor dem Hintergrund der unverändert anhaltenden Krise mit starken Nachfrage- und Erlöseinbrüchen ein klares Zeichen setzen,“ berichtete „Focus“. Insgesamt verzichte die Führungscrew auf etwa ein Drittel ihrer Bezüge. Im Geschäftsjahr 2000 hatten die damals fünf Vorstandsmitglieder laut „Focus“ insgesamt 2,4 Millionen Euro erhalten.

          Gemeinsamer Kampf gegen drohende Verluste

          Lufthansa, ver.di und die Pilotenvereinigung Cockpit diskutieren seit dem 19. Oktober über Auswege aus der Krise seit den Terroranschlägen in den USA. Lufthansa-Chef Weber drängt dabei auf eine rasche Senkung der Personalkosten, sonst müsste das Unternehmen bald auch zu betriebsbedingten Kündigungen und Kurzarbeit übergehen. „Es wird der Anstrengungen aller bedürfen, wenn wir in diesem Jahr nicht in die Verlustzone geraten wollen“, hatte Weber Anfang November erklärt.

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