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Luftfahrt : Verträge zum Bau von Militärtransporter A400M unterzeichnet

  • Aktualisiert am

Nach der Vertragsunterzeichnung über die Entwicklung und Lieferung von 180 Militärtransportern Airbus A400 M an sieben Länder spricht der Hersteller Airbus mit weiteren Ländern über den Export des Flugzeugs.

          Nach langwierigen Verhandlungen sind am Dienstag in Bonn die Verträge zum Bau des Militärtransporters A400M unterzeichnet worden. Sieben Nato-Länder erhalten damit insgesamt 180 der neuen Großraumraumflugzeuge, 60 davon gehen nach Deutschland. Erst vergangene Woche hatte der Bundestags-Haushaltsausschuss endgültig den Weg für die Beschaffung der Maschinen frei gemacht.

          Auf Deutschland kommen Gesamtkosten in Höhe von 8,3 Mrd Euro zu. Der Bau des Flugzeugs soll der deutschen Industrie rund 10.000 Arbeitsplätze bringen. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS verbuchte nach eigenen Angaben mit 20 Milliarden Euro für den A400M den “größten militärischen Auftragseingang“ seiner Geschichte.

          Weitere Export-Gespräche

          Die EADS-Chefs Philippe Camus und Rainer Hertrich erklärten, das A400M-Programm schaffe und sichere über 20 Jahre insgesamt 40.000 Arbeitsplätze bei Herstellern und Zulieferern. Neben Deutschland bestellten Frankreich 50 Transporter, Spanien 27 und Großbritannien 25. Außerdem beteiligen sich Belgien, Luxemburg, Spanien und die Türkei an dem Projekt. Der Militär-Airbus soll in Deutschland die Transall-Maschinen der Bundeswehr ersetzen. Deutschland

          Erste Gespräche mit anderen Ländern würden bereits geführt, sagte der Verkaufsdirektor von Airbus Military, Richard Thompson, am Dienstag nach der Vertragsunterzeichnung in Bonn. Interesse an dem neuen Transportflugzeug hätten etwa Kanada, Norwegen und Schweden. „Jetzt, wo wir unterschrieben haben, wird das Interesse steigen", sagte Thompson. Es sei denkbar, dass Airbus in den kommenden 20 Jahren weitere 200 A400 M verkaufe. „Das Flugzeug wird eine Nische füllen", sagte Thompson. Mit der Vertragsunterzeichnung am Dienstag in Bonn wurde das Projekt im Gesamtwert von rund 20 Milliarden Euro förmlich freigegeben.

          Jahrelange Verzögerungen

          „Der A400 M ist gut positioniert, um einen großen Teil der weltweiten Flotte an taktischen Transportmaschinen abzulösen", erklärten die EADS-Vorstandschefs Philippe Camus und Rainer Hertrich. Der europäische Luft- und Raumfahrt-Konzern EADS ist mit der britischen BAe Systems Besitzer von Airbus. Airbus schloss am Dienstag mit der europäischen Rüstungsagentur Occar den Vertrag über das Projekt, dessen Start sich vor allem wegen Streits über die Finanzierung des deutschen Anteils mehrfach verzögert hatte.

          Deutschland ist mit einer Bestellung von 60 Maschinen für rund 8,3 Milliarden Euro größter Abnehmer des Flugzeugs. Weitere Kunden sind die Armeen der Nato-Staaten Frankreich, Spanien, Großbritannien, Belgien, Türkei und Luxemburg. Portugal und Italien waren während mehrjährigen Verhandlungen aus dem Projekt ausgestiegen. Die sieben beteiligten Staaten erhalten Teile der Entwicklungskosten für das Flugzeug zurück, wenn der A400 M über die 180 bestellten Maschinen hinaus ein Verkaufserfolg wird.

          Projekt sichert tausende Stellen in Europa

          In Europa könnten durch das Projekt bei Herstellern und Zulieferern rund 40.000 Arbeitsplätze gesichert oder geschaffen werden, davon 10.500 in Deutschland, sagte Thompson. Die Entwicklung werde im französischen Toulouse erfolgen, die Produktion vor allem im spanischen Sevilla. Falls weitere Nationen den A400M bestellten, würde ein bestimmter Prozentsatz der Entwicklungskosten an die ersten sieben Auftraggeber zurückbezahlt, erläuterte Occar-Direktor Klaus von Sperber.

          Der Haushaltsausschuss im Bundestag hatte vorige Woche dem Beschaffungsprojekt zugestimmt. Damit wurde ein lang andauernder Streit um die Finanzierung des deutschen Anteils beigelegt. Wegen der hohen Kosten des Projekts waren zuvor Italien und Portugal aus dem Projekt ausgestiegen. Der Airbus soll der Bundeswehr die bislang nicht vorhandene Fähigkeit zum Lufttransport schweren Materials über lange Strecken geben. Deutschland soll die ersten Maschinen ab dem Jahr 2010 erhalten. Bis dahin sollen die Transportkapazitäten in einer umstrittenen Übergangslösung geleast werden.

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