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Luftfahrt : United Airlines meldet Insolvenz an

  • Aktualisiert am

Am Boden: United Airlines Bild: dpa

Es ist der größte Airline-Konkurs der Geschichte. Die Mitgliedschaft in der „Star Alliance“ um die Deutsche Lufthansa sei aber nicht gefährdet.

          Die zweitgrößte amerikanische Fluggesellschaft United Airlines ist zahlungsunfähig. Vier Tage nachdem die US-Regierung dem Unternehmen eine staatliche Bürgschaft versagt hatte, stellte der Lufthansa-Partner am Montag in Chicago Insolvenzantrag. Es ist die größte Pleite in der US-Luftfahrtgeschichte. United bietet täglich 1.700 Flüge an, das ist ein Fünftel aller US-Flüge. Die Airline ist nicht in der Lage, Schulden von rund einer Milliarde Dollar zu begleichen.

          Auf die Reisepläne der Lufthansa-Kunden, die mit United in der Star Alliance kooperiert, wird die Insolvenz keine Auswirkungen haben, wie die Lufthansa betonte. „Selbstverständlich behalten alle ausgestellten Tickets ihre Gültigkeit.“ Ebenso bleibe es weiterhin möglich, bei beiden Fluggesellschaften Meilen zu sammeln und einzulösen. United werde ihren Flugbetrieb uneingeschränkt fortsetzen. Damit stehe Lufthansa-Kunden das gemeinsame Flugplanangebot mit täglich etwa 330 Flügen zur Verfügung.

          Keine Folgen für Lufthansa

          Das wirtschaftliche Risiko für Lufthansa bezeichnete das Unternehmen als gering und beherrschbar. Lufthansa-Chef Jürgen Weber erklärte, er sei sich sicher, dass United die Restrukturierung im Insolvenzverfahren gelingen werde. „Daher prüfen wir zur Zeit, ob wir United Airlines zusätzlich zu den bereits eingeleiteten kommerziellen Maßnahmen auch ohne Risiko für Lufthansa finanziell unterstützen können.“

          Umstrukturieren unter „Chapter 11“

          Ein Insolvenzantrag unter Kapitel elf des US-Konkursrechts schützt das Unternehmen vor Klagen seiner Gläubiger während es versucht, seine Finanzen in Ordnung zu bringen und sich umzustrukturieren. Ein Konkursverfahren ist allerdings keine Garantie fürs Überleben einer Gesellschaft. Fluggesellschaften wie Continental und America West haben es überstanden, Pan Am und Midway nicht. US Airways fliegt seit August unter Kapitel elf.

          Die US-Regierung hatte Ende vergangener Woche eine Bürgschaft für United über 1,8 Milliarden Dollar abgelehnt. United leidet unter sinkenden Passagierzahlen und der zunehmenden Konkurrenz durch Billigflieger. Im vergangenen Jahr wies die Airline, an der die Beschäftigten 55 Prozent halten, ein Rekordminus von 2,1 Milliarden Dollar aus. In diesem Jahr könnte dieser Betrag sogar noch überschritten werden. Die Fluggesellschaft hatte nach dem 11. September bereits 20.000 Jobs gestrichen.

          Weniger Flüge, weniger Ziele

          United ist der größte Partner der Lufthansa in der Star Alliance und bietet zusammen mit dem deutschen Unternehmen unter der selben Flugnummer vor allem Anschlussflüge zu inneramerikanischen Zielen an. Während Fluggäste zunächst nicht mit Beeinträchtigungen rechnen müssen, wird erwartet, dass United künftig weniger Flugzeuge einsetzt, einige Ziele überhaupt nicht mehr anfliegt und nicht profitable Routen international wie national streicht.

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