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Luftfahrt : Lufthansas neue Preisoffensive

  • Aktualisiert am

Lufthansa gibt sich offensiver Bild: AP Photo/Frank Rumpenhorst

Jetzt purzeln auch bei der Lufthansa die Preise. Mit einem neuen Tarifsystem reagiert die Fluglinie auf die wachsende Konkurrenz von Billigfliegern.

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          Die Lufthansa reagiert mit einem neuen Tarifsystem auf die wachsende Konkurrenz von Billigfliegern und auf Preisoffensiven traditioneller Wettbewerber. Die Fluglinie gab am Dienstag bekannt, dass innerdeutsche Flüge ab dem 10. September ab 98 Euro inklusive Steuern und Gebühren angeboten werden. Bei Buchung übers Internet reduziert sich der Preis auf 88 Euro.

          Die Bonusmeilen rechnet Lufthansa auch im neuen Tarifsystem ganz normal an. Ab Oktober soll das neue Konzept auch auf Großbritannien und die Türkei ausgeweitet werden. Weitere europäische Länder sollen hinzukommen.

          Nachfrage erhöhen

          Das neue System soll die Auslastung der Flüge steigern. Wie die Lufthansa betont, sind diese Tarife zudem nicht durch vorgeschriebene Mindestaufenthalte oder definierte Vorbuchungsfristen beschränkt. Die Fluggesellschaft erwartet nun, zusätzliche Passagiere zu gewinnen. Das Unternehmen hofft vor allen Dingen, Reisende zu erreichen, die für mittlere Strecken bislang noch das Auto nutzten.

          „Es sieht so aus, als hätte die Lufthansa die richtige Richtung eingeschlagen“, schätzt Analyst Volker Stoll von der Baden-Württembergischen Bank. „Das Programm ist gut konzipiert, eine höhere Nachfrage dürfte dadurch generiert werden.“ Insgesamt sei es wahrscheinlich, dass die Lufthansa ihre Erträge durch das neue Tarifsystem verbessern kann.

          Geschäftsreisende locken

          Eine weitere Neuerung im Tarifsystem soll Lufthansa zufolge vor allem Geschäftsreisende locken: Falls ein Tarif für eine einzelne Flugstrecke nicht mehr verfügbar ist, muss nicht mehr für Hin- und Rückflug auf den höheren Tarif übergangen werden. Der höhere Preis gelte nur noch für den jeweiligen Streckenabschnitt, hieß es.

          Der Dauerstreit zwischen der irischen Billigfluglinie Ryanair und der Lufthansa ist ebenfalls in die nächste Runde gegangen. In einer mündlichen Verhandlung vor dem Landgericht Köln will die Lufthansa der irischen Airline die Formulierung der Werbeaussage „Lufthansa will keinen Wettbewerb“ untersagen. Ryanair verteidigt diese Äußerung. Der vorsitzende Richter bezog am Dienstag Stellung zu Gunsten der Lufthansa. Die Aussage verstoße gegen das Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb. Ein Urteil wird am 17. September erwartet.

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