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Luftfahrt : Lufthansa fliegt in Verlustzone

  • Aktualisiert am

Die Aktionäre gehen bei der Lufthansa leer aus Bild: dpa

Die Deutsche Lufthansa ist im vergangenen Jahr tief in die roten Zahlen gerutscht. Die Aktionäre müssen auf die Dividende verzichten.

          Die schwache Weltkonjunktur und die Auswirkungen des 11. September haben das Ergebnis der Deutschen Lufthansa schrumpfen lassen. Der operative Gewinn sank von 1,04 Milliarden Euro im Jahr 2000 auf 20 Millionen Euro 2001.

          Vor Steuern rutschte die Fluggesellschaft erstmals seit acht Jahren in die roten Zahlen. 2001 brachte einen Verlust von 754 Millionen Euro nach einem Vorsteuergewinn von 1,22 Milliarden Euro im Jahr 2000.

          Keine Dividende für 2001

          Für 2001 will die Lufthansa ihren Aktionären keine Dividende zahlen. Der Umsatz wuchs wegen Veränderungen bei Beteiligungen um zehn Prozent auf 16,7 Milliarden Euro im Vergleich zu 15,2 Milliarden Euro im Vorjahr.

          Das negative Ergebnis geht laut Lufthansa auf außerplanmäßige Abschreibungen von 500 Millionen Euro und Drohverlustrückstellungen von 180 Millionen Euro im Segment Catering sowie auf höhere Zinszahlungen zurück. Die Lufthansa-Catering-Tochter LSG Sky Chefs hatte bereits kurz nach den Anschlägen vom 11. September wegen der sinkenden Nachfrage Mitarbeiter in unbezahlten Urlaub geschickt. LSG Sky Chefs ist mit einem Marktanteil von 34 Prozent der größte Catering-Betrieb der Welt. Praktisch alle Airlines zählen zu den Kunden.

          Gewinneinbruch schon vor dem 11. September

          Bereits in den ersten neun Monaten 2001 hatte die Lufthansa einen Einbruch des operativen Gewinns um rund zwei Drittel auf 290 Millionen Euro verbucht. Gleich zwei Mal hatte die Lufthansa im vergangenen Jahr ihre Prognosen für 2001 zurücknehmen müssen. Zunächst reduzierte der Konzern wegen der Tarifstreitigkeiten mit den Piloten und der schwachen Weltkonjunktur die Vorhersage für den operativen Gewinn um 25 bis 30 Prozent auf 700 bis 750 Millionen Euro. Nach den Anschlägen vom September geriet jedoch sogar das Erreichen der Gewinnschwelle in Gefahr.

          Die Lufthansa hatte vor einigen Wochen bereits mitgeteilt, dass ihre Passagierzahlen im vergangenen Jahr erstmals seit 1997 gefallen seien. Mit 45,7 Millionen Fluggästen flog die Linie 2,7 Prozent weniger Menschen als 2000. Erst Mitte kommenden Jahres rechnet die Lufthansa wieder mit einem deutlichen Anstieg der Passagierzahlen.

          Mayrhuber als erster Anwärter auf Vorstandsvorsitz

          Der Vorstand des Ressorts Passage, Wolfgang Mayrhuber, wird zum 1. April auch stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Der 54-jähriger Österreicher gilt damit als heißester Anwärter auf die Nachfolge von Konzernchef Jürgen Weber, dessen Mandat Ende 2003 ausläuft (siehe Link). Detaillierte Informationen zum Jahresabschluss will die Lufthansa zur Bilanzpressekonferenz am 25. April veröffentlichen.

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