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Luftfahrt : Lufthansa einigt sich mit Kabinenpersonal

  • Aktualisiert am

Kurzarbeit statt Entlassungen Bild: dpa

Lufthansa und Vertreter des Kabinenpersonals haben sich auf Kurzarbeit geeinigt. Eine Einigung mit den Piloten steht noch aus.

          2 Min.

          Die Lufthansa hat am Donnerstag wegen der schweren Krise in der Luftfahrtbranche Kurzarbeit für das Kabinenpersonal beantragt. Damit sollen Kündigungen von rund 650 Mitarbeiter in der Probezeit verhindert werden. Die Kurzarbeit betrifft rund 12.000 Mitarbeiter und soll für sechs Monate, rückwirkend zum 1. November gelten.

          Die Kurzarbeit-Regelung im Kabinendienst stellt nach Ansicht der Gewerkschaft ver.di allerdings kein Vorbild für den Gesamtkonzern dar. “Eine Ausweitung auf das ebenfalls von ver.di vertretene Bodenpersonal ist nicht durchgängig akzeptabel“, sagte ein ver.di-Sprecher. Insofern stelle die Einigung mit der Lufthansa nur eine Teillösung und keine Gesamteinigung dar, fügte er hinzu. Die Vertretung der Lufthansa-Piloten, die Pilotenvereinigung Cockpit, wollte sich zu der vereinbarten Kurzarbeit der Stewards und Stewardessen nicht äußern.

          Lufthansa: Alle müssen solidarisch sein

          Die Einigung mit der Personalvertretung sei aber nur ein Teil des Sparpaketes, sagte eine Lufthansa-Sprecherin. Es werde weiter verhandelt. Alle Beschäftigten müssten sich solidarisch zeigen. Nach wochenlangen ergebnislosen Verhandlungen mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di und der Pilotenvereinigung Cockpit hatte Lufthansa, vergangene Woche angekündigt, in allen Bereichen Kündigungen in der Probezeit einzuleiten und auch betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen. In unternehmensnahen Kreisen hatte es geheißen, davon könnten 2.000 bis 4.000 Mitarbeiter betroffen sein. Dies hatte die Airline allerdings nie bestätigt. Lufthansa fehlen nach eigenen Angaben seit den Anschlägen in den USA täglich rund 30.000 Passagiere.

          Grundvergütung bleibt gesichert

          Nach Angaben von Lufthansa wird mit der Kurzarbeit eine Basisvergütung von 70 Flugstunden im Monat garantiert. Den Betroffen entstünden damit keine Einbußen bei der Grundvergütung. ver.di-Sprecher Ingo Schwope, betonte, wer kurz arbeite, bleibe von Kündigungen verschont. Das Kabinenpersonal sei damit aber nicht von den übrigen Verhandlungen zum Sparpaket ausgenommen. Ver.di hatte dafür bislang einen Beitrag von 165 Millionen Mark vorgeschlagen. Die weiteren Verhandlungen müssten zeigen, ob die Gewerkschaft darüber hinausgehe, sagte der Sprecher. Die Gespräche sollten zeitnah weitergehen. Man führe die Verhandlungen mit dem Willen, zu einer Einigung zu kommen.

          Ergebnis mit Piloten steht noch aus

          Die Pilotenvereinigung Cockpit wollte sich zunächst nicht äußern. Die Gespräche zwischen Lufthansa und Cockpit waren in der vergangenen Woche unterbrochen worden. Der Sprecher der Standesorganisation, Georg Fongern, hatte Anfang dieser Woche betont, Cockpit sei über die bereits gemachten Zugeständnisse hinaus zu keinen weiteren Abstrichen bereit.

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