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Luftfahrt : Lufthansa-Chef Weber fürchtet Verluste

  • Aktualisiert am

Tägliche Millionenverluste Bild: dpa

Pro Tag 20 Millionen Mark Miese fliegt die Lufthansa ein. Chef Jürgen Weber will nun die Kosten senken.

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          Wenn es zu keiner Kostenentlastung bis Mitte November kommt, werde die Deutsche Lufthansa AG, Köln/Frankfurt, in die roten Zahlen rutschen, sagte Vorstandsvorsitzender Jürgen Weber am Donnerstag in Peking. Ohne die Terroranschläge vom 11. September in den USA wäre das Ergebnisziel von einer Milliarden Euro erreicht worden, zeigte sich Weber sicher. Pro Tag verliere Lufthansa jetzt 20 Millionen Mark.

          Die im Moment laufenden Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern seien deshalb entscheidend für das weitere Vorgehen. Das Vier-Tage-Modell sei nur eine der möglichen Lösungen. “Wenn es zu keiner Einigung kommt, dann sind wir zu Kurzarbeit oder betriebsbedingten Entlassungen gezwungen“, betonte Weber, der den Bundeskanzler auf seiner China-Besuch begleitet. Er habe die Gelegenheit genutzt, Schröder auf das Problem der Staatsgarantie gegen Terrorschäden anzusprechen. In den bisherigen Verhandlungen mit dem Bundesverkehrsministerium habe sich keine Lösung abgezeichnet. Die von den Versicherungen drastisch erhöhten Beiträge würden die Lufthansa im Jahr allein über 100 Millionen Euro kosten. Der Kanzler habe versprochen, sich der Sache anzunehmen, erklärte Weber. Kranke Unternehmen dürften nicht mit Subventionen “aufgepäppelt“ werden. Weber nannte in diesem Zusammenhang speziell die schweizerische Swissair.

          Täglich fehlen 30.000 Passagiere

          Die Auslastung der Lufthansa-Flugzeuge bewege sich weiter auf dem niedrigen Niveau der letzten September-Wochen. Auch bestimmte asiatische Destinationen, die bisher relativ stabil gewesen seien, würden jetzt abbröckeln. Weber nannte als Beispiele Japan und Singapur. Neben Rückgängen auf der Nordatlantik-Route um 30 Prozent und in Europa um 15 Prozent sei in Asien jetzt ebenfalls ein “zweistelliges“ Minus zu beklagen. Täglich fehlten Lufthansa unter dem Strich weiterhin 30.000 Passagiere. Der entstandene Schaden sei nicht auf die ersten vier Tage nach den Anschlägen zu begrenzen. Weber reklamierte erneut einen Schaden in Höhe von 180 Millionen Euro.

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