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Luftfahrt : Hoffnung für transatlantische Allianz

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Die Allianz zwischen British Airways und American Airlines soll angeblich von Downing Street unterstützt werden.

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          Gute Nachrichten verwöhnten British Airways in den letzten Wochen ebenso wenig wie andere große Fluggesellschaften. Umso mehr dürften sich die Briten freuen, wenn tatsächlich die Dinge gut stehen im geplanten Abkommen mit American Airlines, wie die britische Sonntagszeitung Sunday Business berichtet.

          Die Hoffnung hat eine lange Geschichte. Bereits seit fünfzehn Jahren sucht British Airways nach einem amerikanischen Partner. Fast doppelt so lange verhandeln Großbritannien und die USA um die Voraussetzung einer solchen Allianz: die liberalere Handhabung ihres gegenseitigen Luftverkehrs. Bislang ohne Erfolg.

          Dabei existieren so genannte „Offene Himmel“-Abkommen bereits zwischen den USA und achtzehn europäischen Staaten. Auf diesen Vereinbarungen beruhen die Allianzen zwischen Northwest Airlines und KLM ebenso wie die zwischen Lufthansa und United, der sich die SAS zugesellte und die mittlerweile unter dem Namen Star Alliance bekannt ist, sowie die Verbindung von Delta und Air France. Die „Offene Himmel“-Abkommen erlauben diesen Fluggesellschaften, auf den lukrativen Transatlantiklinien de facto als eine Gesellschaft aufzutreten, die eine Vielzahl von Ausgangs- und Zielflughäfen anbieten kann.

          Eingeschränkte Wahl

          Zwischen Großbritannien und den USA dagegen existiert bis jetzt erst ein wesentlich restriktiveres Abkommen, das lediglich vier Fluggesellschaften - neben British Airways (BA) und American Airlines (AA) auch Virgin und United Airlines - für Verbindungen zwischen der Insel und der Neuen Welt zulässt. Diesen so genannten Bermuda II-Vertrag wollen BA und AA wesentlich erweitert sehen.

          Die Widerstände jedoch sind stark. Als vor fünf Jahren beide Gesellschaften schon einmal meinten, den Vollzug melden zu können, stellten sich die Brüsseler Kartellwächter quer. Die Europäische Kommission verlangte damals, dass beide Fluggesellschaften insgesamt 267 Lande-Slots aufgeben sollten. Der Preis jedoch erschien den Partnern in spe zu hoch. Im Juli nun haben BA und AA ihre Verhandlungen erneut aufgenommen. Angesichts der mittlerweile existierenden Allianzen bei der Konkurrenz hoffen sie jetzt auf milder gestimmte Regulierungsbehörden.

          Symbolische Hilfe für British Airways

          Ironischerweise könnte ausgerechnet die Krise der Luftfahrt den Verhandelnden zu Hilfe kommen - sollte sich Downing Street nämlich dazu veranlasst sehen, in Zeiten der Not der größten britischen Fluggesellschaft unter die Arme zu greifen. Symbolisch hat der Premier dies bereits getan. Als vor zehn Tagen die erste BA-Concorde nach dem Unglück von Paris wieder aufstieg, war Tony Blair mit an Bord. Am Zielort Washington soll Blair dann das Thema BA-AA-Allianz angeschnitten haben. Downing Street bestätigt dies nicht und auch das Verkehrsministerium gibt auf Anfrage nicht mehr zu, als dass einer ihrer Regierungsbeamten mit dem stellvertretenden US-Verkehrsminister über „verschiedene beide Seiten angehende Themen“ gesprochen habe. Auch BA selbst ist wenig mehr zu entlocken: Vor zehn Tagen habe man sein Anliegen einer Senatskommission vorgelegt und diese habe sich wohlwollend geäußert, sagte ein Unternehmenssprecher gegenüber FAZ.NET.

          Strenger Sparkurs

          Für die Briten hängt viel an der erhofften Allianz. Auf den meisten europäischen Routen fliegt BA Verluste ein. Der mit sechs Milliarden Pfund (19,2 Milliarden Mark) hochverschuldete Konzern, dessen Vorsteuergewinn im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 98 Prozent fiel, versucht derzeit massiv, Kosten zu sparen. Gelingt die Allianz, dann könnten BA und AA gemeinsam etwa alle 45 Minuten einen für beide Fluggesellschaften profitablen Flug zwischen London und New York anbieten.

          Kein Wunder, dass die britischen Konkurrenten heftig gegen das geplante Abkommen zu Felde ziehen. Nach einem Bericht der Sunday Times soll es allerdings auch in Amerika Widerstand geben: Der einflussreiche Senator John McCain wolle in dieser Woche einen Brief gegen die Allianz auf den Weg bringen, schreibt das Blatt.

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