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„Wir können Luftverkehr“ : Luftfahrt-Gipfel beschließt 25 Maßnahmen gegen Flugchaos

  • Aktualisiert am

Träumt Verkehrsminister Andreas Scheuer hier von einer Lösung für das deutsche Flugchaos? Bild: dpa

Im Sommer herrschte Chaos über den Wolken. Der Luftfahrtgipfel will mit 25 Maßnahmen für Ordnung sorgen. Alle beteiligten Akteure sollen ihren Beitrag leisten – und Fluglotsen freiwillige Überstunden machen.

          Mehr Fluglotsen, raschere Passagierkontrollen, dazu „Autobahnen der Lüfte“: Auf dem Luftfahrt-Gipfel in Hamburg haben Wirtschaft und Politik am Freitag Maßnahmen beschlossen, um Verspätungen und Flugausfälle zu verringern.

          Eine Situation wie in diesem Sommer dürfe sich nicht wiederholen, betonte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). „Ich werde es nicht akzeptieren, dass es nochmals zu einer derartigen Anhäufung von technischen Problemen, Verspätungen und Abfertigungsproblemen kommt.“

          Scheuer: „Wir können Luftverkehr“

          In diesem Jahr und besonders in der Hauptreisezeit im Sommer mussten die Fluggesellschaften wegen Sicherheitspannen, Streiks und Personalmangels hunderte Flüge streichen. Viele Maschinen starteten und landeten mit Verspätungen. Die Zahl der betroffenen Passagiere war deutlich höher als im Vorjahr. Dazu kommen langfristige Probleme wie steigende Fluggastzahlen insgesamt und Extrem-Wetterlagen, wie Scheuer in Hamburg sagte.

          Der Luftfahrt-Gipfel habe daher insgesamt 25 Maßnahmen vereinbart. „Wir können Luftverkehr, und das wollen wir unter Beweis stellen“, sagte der Minister. Teilnehmer waren neben Scheuer etwa Lufthansa-Chef Carsten Spohr, der Chef der Deutschen Flugsicherung, Klaus-Dieter Scheurle, sowie der Chef der Betreibergesellschaft des Frankfurter Flughafens, Stefan Schulte.

          Mehr Personal für Sicherheitskontrollen

          Die Flughäfen sollen laut Abschlusserklärung mehr Flächen für Sicherheitskontrollen bereitstellen, das Personal dafür in Spitzenzeiten verstärken und die „Zuführung der Fluggäste zu allen Kontrollstellen“ optimieren, hieß es.

          Von den Airlines wird erwartet, dass sie ihre Planung verbessern und ihre Maschinen vorausschauend warten. Sie sollen die Möglichkeit mehr nutzen, unbeabsichtigt unbegleitetes Gepäck nicht zu entladen, um das ganze Entladen zu beschleunigen.

          Vor allem aber sollen sie die Passagiere frühzeitig und umfassend über Ausfälle und Verspätungen informieren. Informationen zu Beschwerden, Entschädigung und Schlichtung sollen die Fluggäste übersichtlich online finden können.

          Mehr Fluglotsen und mehr Überstunden

          Bund und Länder wollen laut Abschlusserklärung außerdem dafür sorgen, dass mehr Fluglotsen ausgebildet werden und diejenigen, die in der Flugsicherung arbeiten, von Sonderaufgaben entlastet werden. Sie sollen zudem freiwillige Überstunden machen. Die Maschinen sollen stärker als bislang wieder nach Plan fliegen, um das Personal nicht durch eine Reihe von nicht planbaren Einzelfreigaben zu überlasten.

          Für einen nicht näher definierten Übergangszeitraum sollen Flugzeuge auch niedrigere Flughöhen nutzen dürfen. Insgesamt soll der Luftverkehr stärker gebündelt und standardisiert werden – „die Verkehrsströme werden somit gleichsam auf „Autobahnen der Lüfte gelenkt“, heißt es in der Abschlusserklärung. Der Bund verspricht zudem, sich für eine bessere europäische Zusammenarbeit einzusetzen.

          Folgetreffen vor März

          Eingeladen zu dem Gipfel hatte Hamburg, das derzeit den Vorsitz der Verkehrsministerkonferenz hat. Der Regierende Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) sagte nach dem Treffen, es werde nicht so sein, „dass wir ab morgen keine Verspätungen mehr haben“. Das Ziel, Verspätungen und Ausfälle zu verringern, könne aber gemeinsam erreicht werden.

          Scheuer kündigte ein Folgetreffen vor dem Sommerflugplan im März kommenden Jahres an. So solle auch das „Monitoring“ verbessert werden – „wir wollen immer wieder nachfragen, wo es hakt, und wo es Verbesserungen gibt“.

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