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Luftfahrt : Europäische Airlines dünnen ihre Flugpläne aus

  • Aktualisiert am

Die großen Fluggesellschaften spüren die Konjunkturflaute Bild: dpa

Die Deutsche Lufthansa ist will aus Kostengründen mehrere Interkontinental-Strecken einstellen.

          2 Min.

          Mehrere europäische Airlines dünnen ihre Flugpläne aus. So streicht die Lufthansa wegen der weltweiten Konjunkturflaute unrentable Flüge. Das Unternehmen werde sich stärker auf profitable Strecken konzentrieren, teilte die Fluggesellschaft mit.

          Die Lufthansa wird nach eigenen Angaben mit Beginn des Winterflugplans Rio de Janeiro (Brasilien) nicht mehr ansteuern. Anfang 2002 würden die Verbindungen in die kolumbianische Hauptstadt Bogota und in die usbekische Hauptstadt Taschkent eingestellt. Zeitgleich würden kleinere Flugzeuge auf den Strecken nach Atlanta, Detroit (beide USA) und Vancouver (Kanada) eingesetzt. Auf der Strecke Frankfurt-New-York sollen wöchentlich zwei Flüge entfallen. Die Reduzierung der Kapazitäten entspreche der Einsparung von zwei Flugzeugen des Typs Boeing 747-200, hieß es.

          Nachfrage geht zurück

          Für die Streichungen führt Lufthansa zwei Gründe an. Die Nachfrage im interkontinentalen Verkehr bleibe im Vergleich zum Vorjahr deutlich zurück. Zudem seien die Kosten für Treibstoff, Technik und Personal gestiegen. Für das nächste Jahr hat die Lufthansa AG ihre Wachstumsprognose nach unten korrigiert. Statt der geplanten Kapazitätserweiterungen von sieben Prozent im Interkontinental- Verkehr will die Fluggesellschaft nur noch um drei Prozent wachsen.

          Sabena schwer angeschlagen

          Die schwer angeschlagene belgische Sabena kündigte an, im Zuge ihres Sanierungsplans sowohl europäische als auch interkontinentale Flüge zu kappen. Bei der Sabena werden neben den Verbindungen nach Tokio und Washington auch sechs europäische Flugziele wegfallen. Damit gebe es keine direkten Flüge aus der EU-Hauptstadt nach Tokio mehr. Außerdem sollen bis zu 2000 Vollzeitstellen gestrichen werden. Deshalb streikten am Mittwoch in Brüssel mehrere hundert Beschäftigte des Bodenpersonals. Mindestens 40 Flüge wurden gestrichen. Die Unternehmensleitung rechne damit, dass Sabena in diesem Jahr rund 200 Millionen Euro (etwa 391 Millionen DM) Verlust einfliegen werde, hieß es. Die Traditions-Airline gehört dem belgischen Staat und der schweizerischen Swissair-Gruppe.

          Auch die Swissair durchleuchte derzeit ihr Netzwerk und suche Lösungen für unrentable Strecken, hieß es kürzlich in Zürich. Das Schweizer Unternehmen kämpft mit Milliardenverlusten und will sich von seinen kostspieligen Beteiligungen in Belgien und Frankreich trennen.

          Iberia dünnt aus

          In Spanien hat die mittlerweile vollständig privatisierte Iberia bereits Anfang des Sommers eine Ausdünnung der Flugpläne angekündigt. Anlass war der damalige Piloten-Streik. Er hatte zur Folge, dass Iberia bei den Gewinnerwartungen kräftige Abstriche machen mussten.

          Die niederländische KLM gab bekannt, wegen stagnierender oder abnehmender Nachfrage ihr Angebot von Ende Oktober an um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu verringern. Auch Alitalia plant eine „Neudefinierung des Streckennetzes“. Im Oktober will die italienische Fluggesellschaft Genaueres mitteilen.

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