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Luftfahrt : „Es tut mir wahnsinnig leid“

  • Aktualisiert am

Forgeards Großprojekt kommt später Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Fast sieben Milliarden Euro Börsenwert hat EADS die Nachricht gekostet, daß der Super-Airbus A380 nur mit gehöriger Verspätung ausgeliefert werden kann. Co-Chef Noel Forgeard sagt leise Entschuldigung.

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          Der französische Co-Chef des europäischen Luft- und Raumfahrtkonzerns EADS, Noel Forgeard, hat sich für die erneute Verzögerung bei der Auslieferung des Großraumflugzeugs A380 entschuldigt.

          Die Ankündigung hatte EADS als Muttergesellschaft von Airbus am Mittwoch fast sieben Milliarden Euro Börsenwert gekostet. „Als einer der Co-Chefs von EADS, tut es mir für sie alle und die Investoren, die Vertrauen in die EADS gesetzt haben, wahnsinnig leid“, sagte Forgeard am Mittwoch in einer Telefonkonferenz für Analysten, die später auf der Internet-Seite abgehört werden konnte.

          Forgeards Erbe

          Am Dienstag abend hatte Airbus eingeräumt, daß sich der Zeitplan für erste Auslieferungen des A380 wegen technischer Probleme mit der umfangreichen Elektronik um weitere sechs bis sieben Monate nach hinten verschiebt, womit das A380-Programm nun ein Jahr hinter der ursprünglichen Planung liegt (siehe auch: A380 kommt später - EADS verliert Milliarden).

          Bild: dpa

          Bis Forgeard vor einem Jahr Co-Chef von EADS wurde, war er Chef von Airbus. In diese Zeit fällt auch der Startschuß für den doppelstöckigen A380, der den Boeing-Jumbo-Jet als größtes Passagierflugzeug ablöst. Analysten hinterfragen zunehmend kritisch das Erbe, das er seinem Nachfolger Gustav Humbert hinterlassen hat.

          Differenzen zwischen Forgeard und Humbert

          Auf die Frage, ob er persönliche Konsequenzen aus dem Rückschlag zieht, antwortete Forgeard: „Ich denke, das ist eine Entscheidung der Anteilseigner.“ Ziel sei es, nach vorne zu blicken, ohne mit dem Finger auf Schuldige zu zeigen. EADS stürze sich nun nicht auf Änderungen des Managements, sondern nutze die Chance für eine straffere Organisation.

          Differenzen zwischen Forgeard und Humbert traten auf der Luftfahrtschau im Mai in Berlin zu Tage. Humbert hatte sich über Äußerungen von Forgeard, Airbus stecke in einer „Wachstumskrise“, irritiert gezeigt. Daß Forgeard Änderungen gefordert hatte, stimmte Humbert jedoch positiv.

          Unterdessen hat die Ratingagentur Fitch den Ausblick für EADS von stabil auf negativ gesenkt. Die Bewertung der langfristigen Verbindlichkeiten bleibe bei „A“, die der kurzfristigen bei“F2“, teilte die Agentur am Mittwoch mit. Fitch werde die weitere Entwicklung von Airbus und EADS aufmerksam verfolgen, hieß es.

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