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Luftfahrt : Der Kranich wartet auf den Aufwind

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Der Kranich wehrt sich gegen den Absturz Bild:

Im ersten Halbjahr flog die Lufhansa einen Verlust ein. Dennoch hält der Konzern an seinem Jahresziel fest. Analysten sind skeptisch.

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          Die weltweite Konjunkturflaute und hohe Treibstoffkosten haben den Gewinn der Lufthansa im ersten Halbjahr 2001 abstürzen lassen. Der operative Konzerngewinn von Januar bis Juni sank um rund 70 Prozent auf 105 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 349 Millionen Euro.

          Nach Steuern verbuchte die Lufthansa ein Minus von 43 Millionen Euro nach einem Gewinn von 460 Millionen Euro im Vorjahr. Der Umsatz stieg um 13,7 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro. Mit den Zahlen lag die Lufthansa voll im Rahmen der Erwartungen von Analysten. Die Zahlen der Lufthansa waren mit äußerster Spannung erwartet worden, nachdem verschiedene große Fluglinien Gewinnwarnungen abgegeben hatten.

          Bei den einzelnen Konzernsegmenten schlug sich die weltweite Konjunkturabschwächung wie erwartet am deutlichsten im Frachtbereich nieder, dessen Umsätze lediglich um drei Prozent anstiegen. Um mehr als 86 Prozent zulegen konnte auch infolge eines erweiterten Konsolidierungskreis die Sparte Catering, die Erlöse aus dem Passagierverkehr wuchsen immerhin um 12,6 Prozent auf rund fünf Milliarden Euro.

          Konjunkturelle Entwicklung entscheidend

          Für das Gesamtjahr stellt der Vorstand weiterhin einen operativen Gewinn von 700 bis 750 Millionen Euro in Aussicht. Dafür werde allerdings „eine Erholung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im vierten Quartal“ vorausgesetzt, hieß es. Die ursprüngliche Gewinn- Prognose von einer Milliarde Euro war im Juni heruntergesetzt worden.

          Das Unternehmen hatte wegen der weltweit schwierigen konjunkturellen Lage, steigender Treibstoffkosten sowie auf Grund des Tarifabschlusses für die Konzern-Piloten seine Prognose für den Gesamtjahresgewinn vor einigen Wochen bereits um bis zu 30 Prozent gekürzt. In den ersten sechs Monaten 2001 konnte Europas zweitgrößte Fluggesellschaft ihre Maschinen nicht mehr so gut auslasten.

          „Überraschend optimistisch“

          Ob die Lufthansa tatsächlich den angepeilten Gewinn erwirtschaften wird, mag bezweifelt werden. Jedenfalls zeigten sich die Analysten eher skeptisch. So bezeichneten die Experten der amerikanischen Investmentbank Merrill Lynch die Prognose als „überraschend optimistisch“. Und auch Pia-Christina Schulze von Merck Finck sagte, „ich bin ein wenig vorsichtiger beim Ausblick als die Lufthansa“. Im Gegensatz zur Lufthansa gehe sie nicht davon aus, dass sich die Konjunkturlage insbesondere in den USA bereits im vierten Quartal bessern wird.

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