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Luftfahrt : Amerikanische Luftfahrt leidet unter Irak-Krieg

  • Aktualisiert am

Amerikanische Fluggesellschaften wollen staatliche Unterstützung Bild: dpa

Die Fluggesellschaften verlangen von Washington Hilfen von vier Milliarden Dollar. Sicherheitsauflagen und hohe Preise für Flugtreibstoff lasten auf den Unternehmen.

          Die prekäre Geschäftslage der amerikanischen Fluggesellschaften hat sich durch den Irak-Krieg noch erheblich verschlechtert. Sie verlangen von Washington weitere Hilfen von vier Milliarden Dollar für die hohen Sicherheitsauflagen sowie die stark gestiegenen Flugtreibstoff-Preise und Terrorversicherungen. Sie hatten nach dem Golfkrieg 1991 vier Jahre gebraucht, um sich wieder zu erholen.

          Die amerikanische Regierung ist angesichts der beispiellosen Krisensituation gegenüber ihrem Hilfsersuchen aufgeschlossen. Sie hatte nach den Terrorattacken vom 11. September 2001 bereits fünf Milliarden Dollar zugeschossen und staatliche Kreditgarantien von zehn Milliarden Dollar (9,5 Mrd Euro) angeboten.

          70.000 Stellen gefährdet

          Nach Schätzungen des Dachverbandes der amerikanischen Fluggesellschaften ATA kostet selbst ein kurzer Irak-Krieg die amerikanischen Airlines zusätzlich vier Milliarden Dollar. Es würden weitere 70.000 Stellen verloren gehen. Dieser Betrag komme zu den roten Zahlen von 6,7 Milliarden Dollar hinzu, die die Airlines ohnehin für 2003 erwartet hatten. Damit erwarten die Airlines in diesem Jahr Gesamtverluste von 10,7 Milliarden Dollar. Ein längerer Konflikt könnte die roten Zahlen in diesem Jahr sogar auf 13 Milliarden Dollar treiben. Die Airlines in den Vereinigten Staaten hatten seit den Terroranschlägen bereits 17 Milliarden Dollar verloren.

          Kapazitäten bereits nach dem 11. September um 14 Prozent gekürzt

          Die weltgrößte Fluggesellschaft American Airlines kämpft mit Milliardenverlusten und fordert von ihren Mitarbeitern Tarifkonzessionen in Höhe von 1,8 Milliarden Dollar. Sie strebt Kosten-Senkungen von vier Milliarden Dollar an, um einen Gang zum Insolvenzrichter zu vermeiden. Den haben United Airlines und US Airways bereits hinter sich. Continental Airlines hat angekündigt, bis zum Jahresende 1.200 Stellen zu streichen. Auch Air Canada kündigte Einschnitte an. Die Fluggesellschaft will vor allem wegen der Auswirkungen des Irak-Kriegs bis zum Jahresende 3.600 Stellen streichen.

          Die amerikanischen Fluggesellschaften hatten ihre Kapazitäten wegen des schlechten Geschäftsgangs nach den Terroranschlägen bereits um 14 Prozent gekürzt, hunderte von Flugzeugen in den Wüsten im Südwesten der Vereinigten Staaten „geparkt“ und 100.000 Mitarbeiter nach Hause geschickt. Jetzt kommen weitere Kundenabwanderungen wegen des Irak-Kriegs hinzu.

          American Airlines will als erste Antwort auf den Konflikt im Nahen Osten im April sechs Prozent ihrer internationalen Flüge streichen. Betroffen sind Flüge von Boston, Chicago, St. Louis nach London von Dallas/Fort Worth nach Paris, von Miami nach Belize, Guatemala City und Panama City. Die Gesellschaft will momentan noch keine Inlandsflüge streichen. „Es ist klar, dass die Leute vorsichtiger bei der Buchung internationaler Flüge zum jetzigen Zeitpunkt sind“, erklärte Planungs-Vizepräsident Henry Joyner.

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