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Luftfahrt : Aktionärskritik an Lufthansa-Führung

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Probleme bei der Lufthansa Bild: AP

Die Aktionärshauptversammlung der Lufthansa am Mittwoch verspricht Streit. Vor allem der Tarifabschluss für die Piloten wird kritisiert.

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          Nach der Tarifeinigung mit den Piloten und der deutlichen Absenkung der Gewinnprognose für 2001 muss sich der Lufthansa-Vorstand am Mittwoch vor seinen Aktionären verantworten. Bei der Hauptversammlung in Köln wird eine kritische Aussprache erwartet.

          Das Management hat bereits angekündigt, dass als Folge der zusätzlichen Millionenlasten für das Cockpitpersonal einzelne Strecken nicht mehr geflogen werden könnten. Auf der Tagesordnung der Hauptversammlung steht außerdem der Beschluss über eine Dividende von 60 Cent für das erfolgreiche Geschäftsjahr 2000.

          Die Lufthansa hatte nach der Tarifeinigung ihre Gewinnerwartung 2001 von einer Milliarde Euro auf nur noch 700 bis 750 Millionen Euro herabgesetzt. Der Personalaufwand steige um 125 Millionen Euro. Der monatelange Arbeitskampf verursachte Kosten von 75 Millionen Euro. Auch die nachlassende Weltkonjunktur werde das Ergebnis um 50 bis 100 Millionen Euro belasten. Die 4200 Piloten und Co-Piloten sollen nach der Vermittlung von Ex-Außenminister Hans- Dietrich Genscher (FDP) allein 2001 Verbesserungen von insgesamt 28 Prozent erhalten. Die Laufzeit des Tarifvertrages soll drei Jahre und drei Monate betragen. Über die endgültige Annahme entscheiden die Piloten bis zum 6. Juli in einer Urabstimmung.

          Lufthansa-Aktie unter Druck

          Gleichzeitig sind die Aktien von Lufthansa am Dienstag in einem festen Marktumfeld kräftig unter Druck geraten, was Händler auf die am Vortag abgegebene Gewinnwarnung des Mutterunternehmens von American Airlines zurückführten. Das Lufthansa-Papier gab bis zum Mittag um rund 3,6 Prozent auf 19,29 Euro nach und setzte sich damit an die Spitze der Verliererliste im Dax. Das Kursbarometer verbuchte zur selben Zeit ein Plus von 0,8 Prozent.

          AMR Corp., die Muttergesellschaft von American Airlines, hatte am Montag mitgeteilt, im zweiten Quartal einen Verlust von mehr als 100 Millionen Dollar zu erwarten. Als Begründung für die gesunkene Prognose nannte das Unternehmen gestiegene Kerosinpreise und eine sich abschwächende US-Wirtschaft.

          Die Lufthansa hatte bereits in der vergangenen Woche auf Grund der sich abschwächenden Weltwirtschaft und gestiegener Pilotengehälter ihre Prognose für das Betriebsergebnis im laufenden Jahr um 25 bis 30 Prozent gesenkt.

          Gefahr für gesamte Flugbranche

          Händler sagten, die gesenkten Aussichten der US-Fluglinie hätten die Bedenken verstärkt, Lufthansa könnte noch stärker unter der schwachen Wirtschaftslage leiden. Das Ergebnis von Fluggesellschaften sei generell sehr abhängig von der makro-ökonomischen Situation. „Wenn sich die Wirtschaft in den USA abschwächt, dann wird das auch die wirtschaftliche Lage hier treffen", sagte ein Händler mit Blick auf den schwachen Aktienkurs der Lufthansa.

          Das Papier notiert derzeit rund 30 Prozent unter seinem Jahreshoch bei 27,50 Euro vom Januar dieses Jahres. Die Aktien gerieten in der jüngsten Zeit insbesondere auf Grund der Tarifverhandlungen mit den Piloten unter Druck.

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