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Luftfahrt : Airbus will Massenentlassungen vermeiden

  • Aktualisiert am

Airbus im Jahr 2002: weniger Aufträge Bild: dpa

Der europäische Flugzeugbauer leidet unter der Stornierungswelle durch Fluggesellschaften. Jetzt soll weniger gearbeitet werden.

          1 Min.

          Die Krise der Luftfahrtbranche hat Airbus voll erwischt. Schwer angeschlagene Fluggesellschaften stornierten 101 von 375 Bestellungen des vergangenen Jahres, wie der europäische Flugzeugbauer mitteilte. Nun will das Unternehmen mit Arbeitszeitverkürzungen und einem Einstellungsstopp rechnerisch 6.000 Stellen einsparen, um Entlassungen im schwierigen Jahr 2002 zu vermeiden.

          Dank dicker Auftragsbücher lieferte Airbus 2001 aber so viele Jets aus wie nie zuvor und erzielte einen Rekordumsatz von 23,3 Milliarden Euro. Airbus fuhr 274 feste Orders im Wert von 42,3 Milliarden Euro ein und hängte den Erzrivalen Boeing in dieser Disziplin um zwei Maschinen knapp ab. Größter Hersteller ist Airbus jedoch nicht, denn der US-Rivale produzierte im letzten Jahr 527 Flugzeuge. Nach 325 Flugzeugen 2001 rechnet Airbus-Chef Noel Forgeard mit etwa 300 Auslieferungen im laufenden Jahr. Vorstandsmitglied John Leahy erwartet, dass sich die beiden Konkurrenten in diesem Jahr um einen drastisch geschrumpften Markt von weltweit nur 300 bis 350 Aufträgen streiten müssen.

          Hoffnungsmarkt China

          Forgeard äußerte sich dennoch zuversichtlich für 2002. Auf dem Milliardenmarkt China könnte es zu einem Abschluss kommen. Auch seien nicht alle Stornierungen, die zu 90 Prozent von in Konkurs gegangenen Unternehmen wie Swissair und Sabena kamen, unwiederbringlich verloren. Hier könne es „positive Überraschungen“ geben. Massenentlassungen wie bei Boeing seien für Airbus weiter kein Thema. Dennoch wird beim Personal kräftig gespart. 1.000 bis 1.200 Stellen sollen in diesem Jahr durch natürliche Fluktuation wegfallen. Ende des Jahres werde Airbus noch 44.500 Mitarbeiter haben, kündigte Produktionsvorstand Gustav Humbert an.

          Airbus: Keine Massenentlassungen

          Der Abbau von Überstunden, Kurzarbeit, längere Ferien und die Nichtverlängerung von befristeten Verträgen sollen die Firmenkasse noch einmal um die Kosten von 5.000 regulären Arbeitsplätzen entlasten. Im welchem Umfang die etwa 17.000 Beschäftigten in Deutschland davon betroffen sind, konnte Airbus zunächst nicht sagen. Zudem setzte sich der Flugzeugbauer das Ziel, jährlich 600 Millionen Euro einzusparen. Je ein Drittel der Summe soll bei den Kosten für Entwicklung, Produktion sowie Verwaltung wegfallen.

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