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Luft- und Raumfahrt : Airbus' nationale Karte

Drei deutschen Airbus Werke sollen an den Bieter aus Deutschland, MT Aerospace, gehen. Die Amerikaner haben das Nachsehen. Das riecht nach politischer Einflußnahme. Dabei braucht EADS wirtschaftlich starke Zulieferer an seiner Seite.

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          Der Zuschlag für den einzigen deutschen Bieter im Rennen um die Airbus-Werke riecht nach politischer Einflussnahme. Die drei deutschen Standorte sollen an den Bieter aus Deutschland, MT Aerospace, gehen. Wie oft hat EADS in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass man wirtschaftlich starke Zulieferer an seiner Seite haben wolle, denn bei der langfristigen Entwicklung von Flugzeugen seien Hersteller und Lieferanten aufeinander angewiesen. Daher dürfe man auch nicht kurzfristig nur auf den gebotenen Kaufpreis schielen, hieß es.

          Der mitbietende amerikanische Zulieferer Spirit, der aus dem Boeing-Reich hervorging, ist aber nicht nur ein Umsatzriese, verglichen mit MT Aerospace, er hat auch deutlich mehr Erfahrung und Wissen im Umgang mit den Komposit-Werkstoffen, die für das geplante Langstreckenflugzeug A350 unerlässlich sind. Trotzdem haben die Amerikaner nun das Nachsehen. Die Präferenz von Bundesregierung und Gewerkschaften für MT Aerospace war bekannt. Der deutsche Zulieferer kündigt nun an, einen internationalen Finanzinvestor mit an Bord zu nehmen. Hoffentlich handelt es sich um einen stabilen Partner - angesichts der Risiken, die EADS mit der nationalen Karte eingeht.

          Christian Schubert

          Wirtschaftskorrespondent in Paris.

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