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Inflation und Demografie : Kieler Ökonom erwartet Lohnzuwächse von fünf Prozent im Jahr

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Mehr Lohn: Im August demonstrierte die IG Bau in Bayern für höhere Gehälter. Bild: dpa

Die Löhne werden laut dem Kieler Ökonom Felbermayr deutlich steigen. Dazu soll auch die Inflation beitragen. EZB-Vize de Guindos rechnet mit einer höheren Teuerungsrate.

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          Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel sagt angesichts der demografischen Entwicklung auf absehbare Zeit übermäßig hohe Lohnsteigerungen für Beschäftigte in Deutschland voraus. „Im Durchschnitt sind Lohnerhöhungen von fünf Prozent im Jahr realistisch“, sagte IfW-Chef Gabriel Felbermayr der „Bild“. Dabei könne das Plus in Branchen, in denen Fachkräfte dringend gebraucht würden, noch höher ausfallen. Die Lage für Arbeitnehmer sei so gut wie seit 30 Jahren nicht mehr.

          Grund für das starke Lohnplus in den nächsten Jahren sei dass spätestens ab 2023 die Zahl der verfügbaren Arbeitskräfte wegen des demografischen Wandels sukzessive sinken werde, so Felbermayr. „Die Firmen werden deshalb um Beschäftigte so stark wie seit Jahrzehnten nicht buhlen.“ Eine Anhebung des Mindestlohns sowie höhere Inflation würden ebenfalls dazu beitragen, dass die Löhne deutlich stärker als bisher steigen würden.

          Höhere Inflation erwartet

          Den Höhepunkt des Inflationsschubs sieht EZB-Vizechef Luis de Guindos in der Euro-Zone im Herbst erreicht. Um den November herum dürfte die Teuerungsrate mit Werten von 3,4 bis 3,5 Prozent am höchsten sein, sagte der Spanier am Dienstag auf einer Online-Veranstaltung. Die Inflationsrate im Euroraum war im August auf 3,0 Prozent hochgeschnellt, den höchsten Wert seit rund zehn Jahren. De Guindos betonte zugleich, die Europäische Zentralbank (EZB) müsse "sehr wachsam" sein, was Überraschungen mit Blick auf mögliche Ausreißer nach oben beim Preisauftrieb betreffe.

          Bislang seien zwar kaum Auswirkungen der hohen Inflation auf die Lohnrunden zu sehen. Doch warnte der EZB-Vize davor, Gehaltserhöhungen an die im Zuge der Pandemie in diesem Jahr deutlich gestiegene Teuerungsrate fest zu koppeln. Er verwies darauf, dass einige Staaten in Europa bei Renten und Löhnen im öffentlichen Dienst entsprechende Regelungen hätten. Diese sollten seiner Ansicht nach jedoch 2021 nicht greifen, damit sich der vorübergehende Inflationsanstieg nicht verstetige. "Das ist etwas, das wir vermeiden sollten", fügte er hinzu.

          Der Stellvertreter von EZB-Chefin Christine Lagarde hatte bei früherer Gelegenheit gewarnt, die Inflation könne noch höher ausfallen als derzeit prognostiziert. Dies gelte für den Fall, dass durch Lieferkettenprobleme ausgelöste Materialengpässe etwa bei Mikrochips und Halbleitern anhielten. Die Ökonomen der EZB sagen für das laufende Jahr eine Teuerungsrate von 2,2 Prozent voraus. Für 2022 erwarten sie einen Wert von 1,7 Prozent und für 2023 von 1,5 Prozent. Damit würde die Teuerungsrate wieder unter dem von der EZB angestrebten Zielwert von 2,0 Prozent liegen.

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