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Lohn trotz Quarantäne : Grundsatzurteil für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten

  • Aktualisiert am

Ein negativer Coronatest reichte dem Arbeitgeber nicht aus. Nun muss er den Lohn während der Zeit der betrieblich angeordneten Quarantäne nachzahlen. Bild: dpa

Erteilt ein Arbeitgeber ein Arbeitsverbot basierend auf betriebsinternen Corona-Regeln, hat der Arbeitgeber unter Umständen dennoch Anspruch auf Lohn. Das hat das Bundesarbeitsgericht in einem Urteil entschieden.

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          Arbeitgeber müssen Beschäftigte grundsätzlich weiter bezahlen, wenn sie härtere Quarantäneregeln als behördlich vorgeschrieben für Rückkehrer aus Corona-Risikogebieten erlassen. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Mittwoch (5 AZR 154/22) in Erfurt.

          Verweigert der Arbeitgeber einem Mitarbeiter, der bei der Einreise nach Deutschland einen aktuellen negativen PCR-Tests vorlegt und bei dem wegen Symptomfreiheit keine Absonderungspflicht besteht, den Zugang zum Betrieb, schuldet er grundsätzlich Vergütung wegen Annahmeverzugs, erklärte das höchste deutsche Arbeitsgericht.

          Den Präzedenzfall für ein weiteres Corona-Urteil des höchsten deutschen Arbeitsgerichts lieferte ein Lebensmittelhersteller aus Berlin. Der Kläger, ein Urlaubsrückkehrer aus der Türkei, hatte ein Betretungsverbot für seinen Betrieb trotz eines negativen Corona-Tests erhalten. Er wehrte sich erfolgreich gegen die betriebliche Regelung, die während der verordneten vierzehntägigen Quarantäne keine Bezahlung vorsah.

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