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Logistik : Flugsicherung hält Amazon-Drohnen für unwahrscheinlich

Die Bücher kommen. Bild: dpa

Amazon-Gründer Jeff Bezos will künftig Pakete mit Mini-Drohnen ausliefern. Doch selbst wenn amerikanische Luftfahrtbehörden das erlauben, in Deutschland käme auf ihn wohl ein ungleich höherer bürokratischer Aufwand zu.

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          Das erste, was Kristina Kelek zu den Amazon-Drohnenplänen einfällt, ist: „PR-Gag“. Wäre es vorstellbar, fragt die Sprecherin der Deutschen Flugsicherung eher rhetorisch, dass der amerikanische Präsident Barack Obama in der Hauptstadt Washington viele kleine Drohnen zulassen wird, die sich den Luftraum mit seiner Air Force One teilen? „Ich kann’s mir nicht vorstellen“, sagt Kelek. Selbst wenn die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA für die Vereinigten Staaten ihr Drohnen-Plazet erteilt – in Deutschland käme auf Amazon-Chef Jeff Bezos ein ungleich höherer bürokratischer Aufwand zu.

          Thiemo Heeg
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Gleich bis zu drei Behörden beziehungsweise Kontrolleinrichtungen müssten konsultiert werden, bevor die automatischen Paketflieger starten dürften. Das Luftfahrt-Bundesamt wäre für eine eventuell notwendige Musterzulassung zuständig. Die Landesluftfahrtbehörden der Bundesländer – in Hessen die Regierungspräsidien Darmstadt oder Kassel – müssten im Zweifelsfall eine Aufstiegserlaubnis erteilen. Und die Flugsicherung wäre gefragt, wenn die Drohnen im kontrollierten Luftraum fliegen, also in Bereichen, wo Instrumentenflugverkehr stattfindet. Das sind zum Beispiel Teile des Gebietes von Großstädten wie Frankfurt am Main mit seinem großen Flughafen. Dort brauchte eine Drohne dann eine Genehmigung für jeden einzelnen Flug.

          Die Luftverkehrs-Ordnung (LuftVO) regelt zudem penibel, was hierzulande aufsteigen darf und was nicht. Laut Paragraph 15a Absatz 3 ist der Betrieb von unbemannten Luftfahrtgeräten (vulgo: Drohnen) „grundsätzlich verboten“, wenn sie sich außerhalb der Sichtweite des Steuerers befinden und mehr als 25 Kilogramm wiegen. Leichter wird es bei Fluggeräten von bis zu 5 Kilogramm Gesamtgewicht ohne Verbrennungsmotor. Dann, heißt es in einer neuen Broschüre des Bundesverkehrsministerium, bestehe in den meisten Bundesländern die Möglichkeit, dass eine allgemeine Erlaubnis mit einer Gültigkeit von bis zu zwei Jahren erteilt wird. Wie freilich ein rund 2,5 Kilogramm schwerer Flieger ein in etwa ebenso schweres Paket bewegen soll, muss Amazon-Chef Bezos noch erklären.

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