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Lithium-Gewinnung : Lithium in Chile: Suche nach verlässlichen Quellen

Liefern einen essentiellen Stoff für die Elektromobilität: Lithium-Solebecken in der Atacamawüste in Nordchile Bild: Reuters

Die Elektromobilität verlangt nach neuen Rohstoffen – und zuverlässigen Partnern. Mit Chile strebt Deutschland deshalb eine engere Zusammenarbeit an.

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          Das Klima ist garstig. So gut wie nie fällt hier ein Tropfen Wasser. Und dennoch ist die Atacamawüste in Nordchile zur Wiege der chilenischen Wirtschaft geworden. Der Grund ist unübersehbar. Alles hier dreht sich um den Bergbau. Einst Silber und Salpeter und dann vor allem Kupfer haben dazu beigetragen, dass Chile eines der wohlhabendsten Länder der Region geworden ist. Die Nachfrage nach Kupfer wird mit dem Vormarsch neuer Technologien nicht einbrechen. Und dann gibt es in der Atacamawüste noch etwas, das Begehrlichkeiten auf der ganzen Welt geweckt hat: Lithium, den Rohstoff für Batterien, die auch in Elektroautos eingesetzt werden. Die Nachfrage dürfte bis 2030 eine halbe Million Tonnen erreichen. Der Preis für Lithium hat sich seit 2021 mehr als verachtfacht.

          Tjerk Brühwiller
          Korrespondent für Lateinamerika mit Sitz in São Paulo.

          Hoch oben in der Wüste schlummern in den Salzseen Chiles die größten weltweit bekannten Lithiumreserven. Gegenwärtig werden sie von zwei Unternehmen abgebaut: der chilenischen SQM sowie der amerikanischen Albemarle, die zu den größten Produzenten der Welt zählen. Rund eine halbe Stunde von der Hafenstadt Antofagasta entfernt ist vor einer Woche die neue Produktionsanlage von Albemarle eingeweiht worden. Das Unternehmen hat 500 Millionen Dollar in die Anlage investiert, welche seine Produktionskapazität für Lithiumcarbonat mit Batteriequalität in Chile auf mehr als 80 000 Tonnen steigert. Der Wasserverbrauch kann dank eines 100 Millionen Dollar teuren Verdampfers um 30 Prozent gesenkt werden. „Chile ist heute der effizienteste Standort, um Lithium zu produzieren“, sagt Ellen Lenny-Pessagno, die frühere Chile-Managerin und heutige Verantwortliche für institutionelle Angelegenheiten des Unternehmens, im Gespräch. Albemarle wachse in Chile und nehme „eine Schlüsselrolle in der Revolution der Elektromobile“ ein.

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