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: Linde ließ Finanzinvestoren abblitzen

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da. FRANKFURT, 4. Februar. Der Industriegase- und Gabelstaplerkonzern Linde ist kurzzeitig in das Visier internationaler Finanzinvestoren geraten. Mindestens zwei Beteiligungsgesellschaften haben sich im vergangenen Jahr für die ...

          da. FRANKFURT, 4. Februar. Der Industriegase- und Gabelstaplerkonzern Linde ist kurzzeitig in das Visier internationaler Finanzinvestoren geraten. Mindestens zwei Beteiligungsgesellschaften haben sich im vergangenen Jahr für die Gabelstaplersparte des im Dax gelisteten Mischkonzerns interessiert, erfuhr diese Zeitung aus Finanzkreisen. Allerdings habe Vorstandschef Wolfgang Reitzle die Investoren abblitzen lassen. Nach der Abgabe der traditionsreichen Kältetechnik im vergangenen Jahr hatte Reitzle betont, das Unternehmen solle in Zukunft auf den beiden Säulen Gabelstapler und Industriegase stehen. Vor allem Aufsichtsratschef Manfred Schneider sträube sich gegen eine Zerschlagung, heißt es. Ein Linde-Sprecher sagte, die Strategie sei unverändert. Die Gabelstaplersparte, welche in den ersten neun Monaten 2004 den Umsatz um 12,6 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro erhöhte, solle weiterhin auf ein besseres Ergebnis getrimmt werden.

          Nachdem der Aktienkurs des Wiesbadener Konzerns in den vergangenen Tagen auf 52 Euro und damit auf den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren kletterte, waren am Markt wilde Spekulationen aufgekeimt. Zum wiederholten Mal war das Gerücht aufgekommen, Linde könnte mit dem britischen Wettbewerber BOC zusammengehen. Erst im November hatte Reitzle gesagt, er spreche nicht mit BOC und werde dies auch in Zukunft nicht tun. Branchenbeobachter äußerten vielmehr die Einschätzung, der Kurszuwachs beruhe auf den guten Zahlen, die Wettbewerber im Markt für technische Gase wie Air Liquide vorgelegt haben. Linde selbst präsentiert erst am 14. März Jahreszahlen.

          Auch eine mögliche Übernahme durch Finanzinvestoren wurde ins Spiel gebracht, denn dank des großen Streubesitzes und möglicherweise abgabewilliger Großaktionäre wie der Deutschen Bank (10 Prozent), der Commerzbank (10 Prozent) und der Allianz (12 Prozent) wird Linde als geeignet für privates Kapital gesehen. "Linde ist nicht undenkbar", heißt es denn auch in Kreisen amerikanischer Private-Equity-Fonds. Mit einer Marktkapitalisierung von gut 6 Milliarden Euro wäre Linde für Private-Equity-Häuser ein durchaus zu verdauender Brocken. Allerdings gibt es bisher keine konkreten Bemühungen in diese Richtung. Nicht zuletzt stünde bislang noch das Risiko im Weg, bei einer Übernahmeofferte mit räuberischen Aktionären konfrontiert zu werden, die auf dem Klageweg den Preis nach oben treiben, heißt es in den Kreisen.

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