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„Linda“ ist zurück : Die Geschichte der abgemeldeten Kartoffel

„Gelbfleischig und buttrig im Geschmack”: Linda Bild: Archiv

Was macht eigentlich die Kartoffelsorte „Linda“? Als sie vor vier Jahren vom Markt genommen wurde, war das Medienecho gewaltig. Ganz verschwunden ist die ehemalige „Kartoffel des Jahres“ aber nie. Nun feiern Linda-Freunde die Wiederzulassung in Großbritannien.

          Selten wurde eine Kartoffelsorte so gefeiert wie „Linda“. Keine sei wie sie, schwärmen Anhänger der festkochenden Knolle aus der Lüneburger Heide: Schön gelbfleischig, angenehm buttrig und zudem cremig, heißt es im Kartoffel-Jargon. Als das Zuchtunternehmen Europlant die Kartoffelsorte vor vier Jahren vom Markt nahm, war das Medienecho gewaltig. Verbraucherverbände empörten sich über das vermeintliche „Diktat der Züchter“. Das Unternehmen - so ihr Vorwurf - habe Linda nur deshalb vom Markt genommen, um neueren patentgeschützten Sorten bessere Absatzchancen zu bieten. Linda-Anhänger kürten die Knolle im Jahr 2007 kurzerhand zur „Kartoffel des Jahres“. Auch die Schauspielerin Veronica Ferres und der Fernsehmoderator Alfred Biolek ergriffen Partei für Linda. Ulrich Wickert erinnerte in den Tagesthemen wehmütig daran, dass man aus ihr immer so “köstliche Bratkartoffeln“ hatte zaubern können. Mit dem Slogan „Rettet Linda“ kämpft seither eine kleine Gruppe von Biobauern für die Wiederzulassung der Kartoffel.

          Tillmann Neuscheler

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Und nun feiern die Linda-Anhänger einen langersehnten Etappenerfolg: Nach zweijähriger Qualitätsprüfung sei Linda in Großbritannien als Pflanzgut zugelassen, teilte in dieser Woche der Lüneburger Bioland-Bauer Karsten Ellenberg mit, der seit Jahren an der Spitze der Linda-Freunde marschiert. Damit sei „die Tür für Linda auch in Deutschland wieder offen“. Hierzulande steht die endgültige Entscheidung des Bundessortenamts zwar noch aus, doch die Linda-Freunde sind zuversichtlich und berufen sich auf europäisches Recht: Mit der Entscheidung in Großbritannien sei die Vorraussetzung geschaffen, dass Linda in den nächsten Jahren wieder in größeren Mengen angeboten weren kann.

          Saatkartoffeln brauchen eine „Zulassung“

          Dass Kartoffeln überhaupt eine amtliche Zulassung brauchen, verblüfft - stimmt aber zumindest zur Hälfte: Im Grunde kann in Deutschland jeder auf seinem Acker Kartoffeln anbauen, wie er will. Auch die Sorte Linda darf - Zulassung hin oder her - angebaut und auch als Speisekartoffel verkauft werden. Wenn ein Züchter eine Sorte aber gewerblich als Saatgut verkaufen will, muss die Sorte beim Bundessortenamt in Hannover zugelassen sein. So steht es im deutschen Saatgutverkehrsgesetz.

          „Wir haben es geschafft”: Karsten Ellenberg

          Damit soll sichergestellt werden, dass nur hochwertiges Saatgut verkauft wird. Tatsächlich muss Saatgut über die Jahre gepflegt werden: „Kartoffelsorten altern mit der Zeit“, erklärt Biobauer und Kartoffelzüchter Karsten Ellenberg, „sie bringen dann weniger Ertrag“. Eine Zeit lang könnten die Landwirte die Sorte zwar legal aus der eigenen Ernte selbst vermehren, langfristig aber schleppen die Knollen allerhand schädliche Pilze, Viren und Bakterien mit. Das verringert die Ertragskraft der Pflanze. Für Landwirte lohnt sich dann ein Anbau der Sorte immer weniger; nach und nach verschwindet die Sorte vom Acker. Deshalb sei es wichtig, dass sogenannte „Haltungszüchter“ die Sorte pflegen und Bauern mit zertifiziertem Pflanzgut versorgen.

          Eine freie Kartoffel für freie Äcker

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