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Nachschubprobleme : Die neue Mangelwirtschaft

Leere Regale auf dem Höhepunkt der Pandemie. Bild: dpa

Autos, Möbel, Shampooflaschen: Bei immer mehr Produkten stockt der Nachschub. Es entsteht eine neue Mangelwirtschaft.

          6 Min.

          Nicht mal auf das Plastik ist noch Verlass: das Symbol des materiellen Überflusses, jederzeit billig zu haben, sogar zu billig für manchen Geschmack, so wertlos, dass es in Asien tonnenweise in Flüssen landet und ins Meer geschwemmt wird. Und jetzt wird sogar das Plastik knapp. Jedenfalls hat der Spielwarenkonzern Mattel schon gewarnt: Es wird zum Problem, günstiges Plastik für die Barbiepuppen zu bekommen. Der Konsumgüterkonzern Henkel berichtet der F.A.S. davon, dass es schwieriger wird, Verpackungen für seine Shampoos und Waschmittel zu organisieren – oder jedenfalls teurer. Preiserhöhungen will der Konzern nicht ausschließen.

          Patrick Bernau
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Damit hatte die Welt nicht gerechnet. Dass man in der Pandemie Computer und Webcams gelegentlich nur unter Schwierigkeiten kaufen konnte, weil alle möglichen Leute ihr Homeoffice einrichteten – verständlich. Dass Fahrräder knapp wurden, weil es kaum noch andere Freizeitbeschäftigungen gab – in Ordnung. Dass Handwerker kaum noch zu bekommen waren, weil die Deutschen eben nicht in den Urlaub flogen, sondern mit dem Geld ihr Haus verschönerten – daran hatte sich Deutschland gewöhnt. Doch damit schienen die Nachschubsorgen dann auch beendet. „Anders als in der ersten Welle“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier noch vor zwei Wochen im F.A.S.-Interview, „sind in der zweiten und dritten Welle die globalen Lieferketten intakt.“ Was für ein Irrtum.

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