https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/lidl-steigert-umsatz-deutlich-13605335.html

Discounter : Lidl lässt sich nicht ausbremsen

  • Aktualisiert am

Ein Schild an einer Filiale des Lebensmitteldiscounters Bild: dpa

Lidl erobert immer neue Kundenschichten und wächst kräftig, obwohl die Preise sinken. Aber der verschwiegene Schwarz-Konzern, zu dem auch Kaufland gehört, ist nie zufrieden.

          1 Min.

          Obst und Gemüse, Kekse, Schokolade und Limo, neuerdings wieder Butter und Milch: Bei den deutschen Discountern sind niedrigere Preise an der Tagesordnung. Von Preissenkungen um 2 Prozent allein im vergangenen Jahr berichtet Klaus Gehrig, Gesellschafter der Schwarz Unternehmens-Treuhand (SUT) im Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (F.A.Z./Freitagsausgabe). Schwarz ist der Eigentümer des Discounters Lidl, der 2014 trotzdem gewachsen ist. Um mehr als 9 Prozent, auf 59 Milliarden Euro, ist der Umsatz im Geschäftsjahr 2014/2015 gestiegen, das im Februar zu Ende ging.

          Die Schwarz-Gruppe, zu der auch Kaufland gehört, kommt jetzt auf 79,3 Milliarden Euro, nach 74 Milliarden Euro vor Jahresfrist.  Noch größere Händler gibt es nur in Amerika: Nach Walmart, Costco und The Kroger Co. ist das verschwiegene Handelsunternehmen mit Sitz in Neckarsulm der viertgrößte Lebensmittelhändler der Welt, deutlich vor Aldi und Metro. 350.000 Menschen arbeiten für Lidl und Kaufland, 15.000 mehr als noch vor Jahresfrist.

          „Zufrieden sind wir nie“, kokettiert Klaus Gehrig in einem seiner seltenen Interviews - und räumt gegenüber der F.A.Z. dennoch ein, dass nicht nur die Umsatzentwicklung, sondern auch der Gewinn um 5 bis 6 Prozent über den Erwartungen lag. Was unterm Strich bleibt und wie die Vermögenslage  ist, verschweigt man bei dem Stiftungsunternehmen konsequent. „Wir haben ja keine Gesellschafter zu bedienen“, sagt Gehrig: „Wir stecken alle freien Mittel in die Weiterentwicklung.“  Allein 3,5 Milliarden Euro sind in den Umbau von älteren Filialen geflossen, ein dicker Brocken davon war die Aufrüstung der Lidl-Filialen mit Backstationen. Weitere 1,5 Milliarden Euro hat man in die Expansion gesteckt. In diesem Jahr wird mit den gleichen Summen geplant.

          Ziel der Investitionen ist es auch, immer neue Kundenschichten zu gewinnen. Während Kaufland, dessen Umsatz im Vorjahr nur von 20 auf 20,5 Milliarden Euro gestiegen ist, noch an einem „Programm 2020“ feilt, hat Lidl in den deutschen Märkten eine Qualitätsoffensive gestartet. 40 Millionen Euro werden in diese Kampagne investiert, sagte Lidl-Chef Sven Seidel gegenüber der F.A.Z. und nannte damit erstmals eine Größenordnung für die Aktion.

          Weitere Themen

          EU und USA wollen Chip-Subventionswettlauf verhindern

          Lieferengpässe : EU und USA wollen Chip-Subventionswettlauf verhindern

          Die Versorgung mit Halbleitern stockt nach wie vor. Europäer und Amerikaner stecken deshalb Milliardensubventionen in den Aufbau eigener Werke. Zumindest wollen sie sich dabei künftig nicht mehr gegenseitig überbieten.

          Topmeldungen

          Nicht alle können jubeln: die Spitzenkandidaten Kutschaty, Neubaur, Stamp und Wüst am Sonntagabend im Landtag in Düsseldorf

          Nach der NRW-Wahl : Wie stabil ist die Ampel?

          Die FDP klagt über ihr mageres Ergebnis in Nordrhein-Westfalen, auch die SPD ist unzufrieden. Nur die Grünen glänzen, aber jubeln still. Denn die Ampel soll nicht flackern. Kanzler Scholz will die Ampel-Option in NRW nicht ausschließen.
          Selbst Stehplätze sind rar am Juhu Beach von Mumbai, wenn eine Gluthitze wie in beiden vergangenen Wochen die Menschen zur Abkühlung ans Meer treibt.

          Hitzewelle in Südasien : Wie feuchte Hitze zum Killer wird

          Lebensfeindliche Hitzewellen wie derzeit in Südasien werden wahrscheinlicher, und im Zusammenspiel mit feuchter Luft könnten sie Teile des Planeten unbewohnbar machen. Forscher tasten sich an die Grenzen des Ertragbaren heran.
          Die Corona-Pandemie verändert die Situation sowohl für die Medizin-Auszubildenden als auch für schon praktizierende Ärzte.

          Mediziner in der Pandemie : Was bekommen wir für Ärzte?

          Die Pandemie hat immense Auswirkungen auf die Ausbildung zukünftiger Mediziner. Ein Assistenzarzt und eine Medizinstudentin erzählen, wie das Virus dazu geführt hat, dass sie weniger lernen und welche Sorgen sie sich für die Zukunft machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.
          Kapitalanalge
          Erzielen Sie bis zu 5% Rendite
          Sprachkurse
          Lernen Sie Englisch
          Immobilienbewertung
          Verkaufen Sie zum Höchstpreis