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Libor-Skandal : Zurückgetretener Barclays-Chef bekommt keinen Bonus

  • Aktualisiert am

Bob Diamond Bild: Reuters

Bob Diamond musste nach dem Libor-Skandal zurücktreten. Jetzt hat sich das britische Bankhaus Barclays mit seinem scheidenden Chef auf die Bedingungen für eine Vertragsauflösung geeinigt.

          Der wegen des Skandals um Zinsmanipulation zurückgetretene Barclays -Chef Bob Diamond wird auf Bonuszahlungen von bis zu 20 Millionen Pfund verzichten. Diamond bekomme in diesem Jahr zwölf Monatsgehälter, Pensionszahlungen sowie andere Zusatzleistungen, teilte Barclays am Dienstag mit. Eine konkrete Summe nannte die Bank zwar nicht. Doch der scheidende Barclays-Chairman Marcus Agius sagte bei einer Anhörung vor einem Parlamentsausschuss in London: „Der maximale Betrag wäre 20 Millionen Pfund gewesen.“

          Der Sender Sky News berichtete zudem, Diamond erhalte eine Abfindung von zwei Millionen Pfund. Der Spitzenbanker hatte zum Zeitpunkt seines Rücktritts Anspruch auf ein Jahresgehalt von 1,4 Millionen Pfund. Im vergangenen Jahr strich er inklusive eingelöster Aktienpakete 17 Millionen Pfund ein.

          Der britische Premierminister David Cameron begrüßte Barclays Entscheidung, Diamond den Bonus zu streichen. Es zeige, dass das Management die Bedenken der Öffentlichkeit angesichts der schweren Vorwürfe verstanden habe. Zugleich forderte der Regierungschef einen grundlegenden Wandel in der Bankenkultur.

          In dem Skandal wird einer Reihe von Banken vorgeworfen, von 2005 bis 2009 den Libor-Zinssatz mit falschen Angaben manipuliert zu haben. Der Libor wird einmal täglich in London ermittelt und zeigt an, zu welchen Konditionen sich Banken Geld untereinander leihen. Er basiert auf individuellen Angaben der Großbanken und dient als Referenz für Kredite an Unternehmen, Privatpersonen und weitere Finanztransaktionen in einem Volumen von 360 Billionen Dollar.

          Über den Libor-Skandal war die gesamte Führungsspitze der britischen Bank Barclays gestürzt, zuletzt trat Vorstandschef Diamond am 3. Juli zurück. Die Investmentbank muss eine halbe Milliarde Dollar für die Verfehlungen zahlen. Diamond deutete in einer parlamentarischen Anhörung aber an, dass noch mehr Banken betroffen seien. In Deutschland leitete die Bankenaufsicht BaFin eine Sonderprüfung gegen die Deutsche Bank ein, mit der eine Verwicklung der Bank in den Libor-Skandal aufgeklärt werden soll, wie Reuters kürzlich von zwei mit dem Vorgang vertraute Personen erfahren hatte.

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