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Lexika : Die Encyclopaedia Britannica gibt es nicht mehr als Buch

Die letzte gedruckte Ausgabe der Encyclopaedia Britannica in 32 Bänden stammt aus dem Jahr 2010. Restexemplare im Buchhandel kosten rund 1200 Euro Bild: dapd

Nach 244 Jahren ist Schluss: Die Encyclopaedia Britannica wird es künftig nicht mehr als Printausgabe geben. Der Verlag setzt auf den Online-Vertrieb.

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          Die Encyclopaedia Britannica verschwindet nach 244 Jahren aus dem Bücherregal. In Zukunft werde das legendäre Nachschlagewerk nicht mehr gedruckt, sondern nur noch in digitaler Form vertrieben, kündigte der Verlag an. „Ein gedrucktes Lexikon ist bereits veraltet, wenn es aus der Druckmaschine kommt“, sagte Verlagschef Jorge Cauz. „Unsere Online-Ausgabe wird dagegen laufend aktualisiert.“

          Marcus Theurer
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Ähnlich wie dem deutschen Brockhaus macht auch der Encyclopaedia Britannica seit vielen Jahren die Konkurrenz durch kostenlose Internet-Nachschlagewerke wie Wikipedia zu schaffen. Die letzte gedruckte Ausgabe der Encyclopaedia Britannica in 32 Bänden stammt aus dem Jahr 2010. Restexemplare im Buchhandel kosten rund 1200 Euro. Die digitale Version auf DVD-ROM ist dagegen schon für etwa 40 Euro zu haben. Herausgeber ist heute nach zahlreichen Eigentümerwechseln die amerikanische Encyclopaedia Britannica Inc mit Sitz in Chicago, die dem Schweizer Investor Jacqui Safra gehört.

          Die Geschichte der Encyclopaedia Britannica

          Die Encyclopaedia Britannica ist das älteste englischsprachige Nachschlagewerk der Welt, das bis heute verlegt wird. Die erste Ausgabe in drei Bänden wurde 1768 von Anhängern der schottischen Aufklärungsbewegung in Edinburgh herausgebracht. Über die Jahrhunderte haben zahlreiche berühmte Autoren Beiträge für das Lexikon geschrieben - darunter Naturwissenschaftler wie Albert Einstein und Marie Curie, Ökonomen wie David Ricardo und Milton Friedman sowie die amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy und Jimmy Carter. Auch der kommunistische Revolutionär Leo Trotzki und der Filmregisseur Alfred Hitchcock stehen auf der langen Autorenliste der Encyclopaedia Britannica. Insgesamt wurden von der Wissenssammlung seit der Gründung nach Verlagsangaben 7,1 Millionen gedruckte Ausgaben verkauft. Zuletzt allerdings war das Mammutwerk für das Bücherregal fast überhaupt nicht mehr nachgefragt. „Das Ende der Druckausgabe war absehbar“, sagt Verlagsmanager Cauz.

          Andere Lexikonverlage wollen dagegen nicht ganz vom gedruckten Buch lassen. Der große Brockhaus in 30 Bänden soll weiterhin auch in Druckform veröffentlicht werden. Die neue Ausgabe werde voraussichtlich 2014 oder 2015 auf den Markt kommen, sagte eine Verlagssprecherin am Mittwoch. Brockhaus gehört seit 2009 dem Gütersloher Medienkonzern Bertelsmann. Im Jahr zuvor hatte der damalige Eigentümer Langenscheidt - wie jetzt die Encyclopaedia Britannica - angekündigt, die Druckausgabe einzustellen, sich dann aber von Brockhaus getrennt.

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