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Léo Apotheker : Ungeniert

Léo Apotheker kann sich nach seiner Ablösung als Chef des amerikanischen Technologiekonzerns Hewlett-Packard mit einer üppigen Abfindung trösten. Trotz einer katastrophalen Bilanz erhält er ein Abfindungspaket von mehr als 13 Millionen Dollar. Sein Ruf ist ruiniert, warum also nicht ungeniert zugreifen.

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          Der Ruf von Léo Apotheker ist nach seinem zweiten Scheitern als Vorstandschef eines großes Technologiekonzerns ohnehin ruiniert, warum also nicht ungeniert ein üppiges Abfindungspaket aushandeln?

          Apotheker bekam 2010 nach seiner Ablösung beim deutschen Softwarekonzern SAP eine Abfindung in Millionenhöhe, einige Monate später gab es nach seinem Einstieg beim amerikanischen Unternehmen Hewlett-Packard einen noch stattlicheren Antrittsbonus, und nicht einmal ein Jahr danach folgt sein bislang größter Zahltag mit seiner Abfindung von HP.

          Rätselhaft genug, dass HP sich nach Apothekers glückloser Bilanz bei SAP auf ein so hohes Begrüßungsgeld einließ. Das Abfindungspaket ist aber geradezu skandalös. Ein großer Teil stand ihm laut Anstellungsvertrag zu, aber HP hat sogar noch draufgelegt. Fast zynisch erscheint der Bonus von 2,4 Millionen Dollar, den HP Apotheker zusätzlich unter Berufung auf sein ergebnisabhängiges Entlohnungsmodell gibt. Dabei hat der Konzern unter Apotheker fast die Hälfte seines Börsenwertes verloren.

          Verantwortlichkeit ist ein Fremdwort in der Chefetage von HP. Das Abfindungspaket ist ein Schlag ins Gesicht der Belegschaft.

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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