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Neues Digitalisierungsgesetz : Scharfes Schwert gegen Digitalbarone

Bekommt durch das neue Gesetz deutlich schärfere Mittel zum Vorgehen gegen Plattformen: Andreas Mundt, Präsident des Bundeskartellamts. Bild: dpa

Politik und Wettbewerbshüter setzen auf eine Zerschlagung der Konzerne „von innen“. Im weltumspannenden Kampf gegen eine Übermacht der Digitalkonzerne will das kleine Deutschland deswegen eine Vorreiterrolle übernehmen.

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          Reich wie John D. Rockefeller: Seit 150 Jahren lebt die Legende von Geld und Macht des amerikanischen Ölbarons, der in den sechziger Jahren des 19. Jahrhunderts die Standard Oil Company gründete. Das rücksichtslose Gebaren des Erdölkonzerns gegenüber Lieferanten, Transporteuren und Wettbewerbern rief allerdings den Staat auf den Plan, der die erste Anti-Monopol-Gesetzgebung auf den Weg brachte – einschließlich der Entflechtung des Konzerns in drei Dutzend Einzelteile im Jahr 1911. Rockefellers Macht wirkt indes bis heute: Aus Standard Oil gingen unter anderem Exxon Mobil und Chevron hervor, die weiterhin Milliardengewinne erwirtschaften.

          Die Ölbarone der Neuzeit sind Bill Gates, Mark Zuckerberg, Jeff Bezos, Larry Page und der verstorbene Steve Jobs, also die Gründer von Microsoft, Facebook, Amazon, Google und Apple. Der Rohstoff des 21. Jahrhunderts sind die Daten der Verbraucher. Auf ihre Nutzung gründen die Internetkonzerne ihre Macht. Wie die amerikanischen Ölbarone des 19. Jahrhunderts, die rasch auch zu Eisenbahnmagnaten wurden und das riesige Land erschlossen, hält es die einfallsreichen Digitalbarone nicht auf ihren angestammten Feldern. Nicht nur die Platzhirsche der Fahrzeugbranche fragen alarmiert: „Kann Apple Auto?“ Denn Daten sind für das automatisierte und autonome Fahren mindestens so spannend wie der neue Elektromotor. Nicht nur sie müssen Konkurrenz fürchten, auch Reisebranche, Musikindustrie und Medien. Die Digitalkonzerne sind überall.

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