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Präsident des Lehrerverbandes : „Das Abitur muss wieder schwerer werden“

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Heinz-Peter Meidinger ist Bundesvorsitzender des Deutschen Philologenverbandes und Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Bild: dpa

Deutschlands Lehrerpräsident will mehr Leistung einfordern. Die Politik habe es zu verantworten, dass Ansprüche zu stark gesenkt wurden, sagt Heinz-Peter Meidinger.

          Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, kritisiert sinkende schulische Anforderungen im deutschen Bildungssystem. Der Schulleiter eines Gymnasiums im niederbayerischen Deggendorf spricht von einer „Inflation an guten Noten“. Man könne bei der Masse an Einser-Abiturienten die wirklich herausragenden gar nicht mehr erkennen, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

          Die Pisa-Studie habe seinerzeit die Leistungsdifferenz zwischen den Bundesländern deutlich gemacht. 15 Jahre alte Schüler im Bundesland Bremen hinkten Gleichaltrigen in Bayern oder Sachsen im Fach Deutsch um zwei Jahre hinterher. Diese Unterschiede dürften nicht dauerhaft akzeptiert werden. Doch: „Den Politikern fehlt der Mut, mehr Leistung einzufordern und zu sagen: „Das nächste Abitur muss wieder schwerer werden“, sagte Meidinger. „Wir müssen fördern und fordern.“

          Gesenkte Anforderungen der falsche Weg

          Meidinger erneuerte Kritikpunkte, die sein Vorgänger Josef Kraus Ende 2016 im Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung angesprochen hatte. „Die Politik will schöne Bilanzen präsentieren und hat die Ansprüche an die Schüler stark gesenkt“, hatte Kraus gesagt. „Wenn eines Tages alle Abitur haben, dann hat keiner mehr Abitur.“

          Weniger Sitzenbleiber, mehr Abiturienten, mehr gute Abiturnoten, weniger Schulabbrecher – das sei, so Meidinger, für Politiker in der Vergangenheit scheinbar der einfachste Weg gewesen, um bei den Menschen Zufriedenheit mit dem Bildungssystem herzustellen. Und dieses Ziel lasse sich „unabhängig von Leistung“ am schnellsten erreichen. Schulen stünden schlecht da, wenn sie viele Sitzenbleiber haben. Und so laute die informelle Vorgabe an manchen Schulleiter, die Anforderungen zu senken und weniger Schüler durchfallen zu lassen. „Eigentlich hätte der Weg anders gehen müssen: Was kann ich machen, um die Leistungen der schwächeren Schüler zu heben?“

          Das habe sich leider auch bei der Einführung des G8 in Bayern gezeigt. Die Politik habe aus Sorge vor schlechteren Abiturschnitten die Anforderungen gesenkt, etwa die mündliche Prüfung aufgewertet. „Das war natürlich genau der falsche Weg.“ Damit wolle er nicht sagen, „dass die Schüler heute nichts mehr können“, betont Meidinger. Aber: Für eine Leistung, für die man vor zehn Jahren die Note 2 bekommen hätte, bekämen Schüler heute eben häufig eine 1. Das neue G9 biete die Chance, das wieder zu ändern.

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