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Inflation : Warum ist die Tomate so teuer?

Teures Gemüse: Die Tomate ist einer der Inflationstreiber Bild: Jan Bazing

Die Lebensmittelpreise steigen immer schneller. Besonders heftig trifft es die Tomate. Das hat mit Putin und dem Gas zu tun – es gibt aber auch andere Gründe.

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          Auf Italienisch heißt die Tomate „Pomodoro“. Direkt übersetzt bedeutet das: Goldapfel. Wer in den vergangenen Wochen im Supermarkt Tomaten gekauft hat, weiß mit dieser poetischen Bezeichnung etwas anzufangen – so teuer sind die roten Früchte geworden. Das Statistische Bundesamt weist für April einen Preisanstieg von knapp 40 Prozent im Durchschnitt aller Tomatensorten aus. Kein anderes Nahrungsmittel kommt auf eine solche Steigerungsrate. Das seit dem Ukrainekrieg so rar gewordene Sonnenblumenöl ist 37 Prozent teurer geworden, Butter 31 Prozent, Mehl 23 Prozent. Verglichen damit lag die Gesamtinflation „nur“ bei mickrigen 7,4 Prozent. Kohl, Möhren und süße Mandeln sind sogar billiger als im Vorjahr, und auch Heizöl und Diesel haben ihre Rekordhochs fürs Erste hinter sich gelassen.

          Sebastian Balzter
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
          Daniel Mohr
          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Die Tomate dagegen ist für das Inflationsgefühl vieler Bundesbürger nun das Frustobjekt Nummer eins. Lebensmittel muss schließlich jeder kaufen. Und Tomaten essen die meisten. 31 Kilogramm verzehrte jeder Deutsche zuletzt im Jahresschnitt, fast 100 Gramm am Tag. Das Nachtschattengewächs, einst von den Kolonisatoren aus Amerika mitgebracht und wegen seiner Vorliebe für die Wärme früher nur im milden Süden von Europa heimisch geworden, ist in den vergangenen Jahrzehnten zum erschwinglichen Lieblingsgemüse der Deutschen geworden, Mittelmeerkost für jedermann.

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