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Mehr Suizide, mehr Drogen : Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten sinkt dramatisch

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Die Vereinigten Staaten bekommen ihr Drogenproblem nicht in den Griff: Auf dem Foto kocht sich ein Mann auf einem Löffel die Dosis für einen Schuss Heroin. Bild: dpa

Drogenmissbrauch und mehr Suizide lassen die Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten fallen. Die Gesundheitsbehörde schlägt Alarm: Ein derartiges Sinken sei seit der katastrophalen Spanischen Grippe 1918 nicht mehr verzeichnet worden.

          Die um sich greifende Drogenepidemie und eine zunehmende Zahl von Suiziden lassen die durchschnittliche Lebenserwartung der Amerikaner sinken. Die Lebenserwartung habe im vergangenen Jahr bei 78,6 Jahren gelegen und damit 0,1 Jahre unter dem Wert des Vorjahres, teilte die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC am Mittwoch (Ortszeit) mit. Die Behörde kommentierte die Entwicklung mit großer Sorge und sprach von einem Weckruf.

          Ein Absinken der Lebenserwartung ist für ein hoch entwickeltes Industrieland äußerst ungewöhnlich. „Wir verlieren zu viele Amerikaner in zu jungen Jahren, und allzu oft hat das vermeidbare Ursachen“, erklärte CDC-Direktor Robert Redfield. Im vergangenen Jahr sei die Zahl von Drogen-Überdosen um 9,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Die Zahl der Suizide habe um 3,7 Prozent zugenommen.

          Die Drogenepidemie in den Vereinigten Staaten liegt vor allem am immer weiter verbreiteten Missbrauch von Schmerzmitteln wie dem synthetischen Opioid Fentanyl. Auch Heroin spielt eine Rolle. Präsident Donald Trump hat den Kampf gegen die Drogenepidemie zu einer Priorität erklärt.

          Vergleich mit der Spanischen Grippe 1918

          Im Jahr 2015 war die durchschnittliche Lebenserwartung in den Vereinigten Staaten nach Jahrzehnten des Ansteigens erstmals leicht gesunken. Seitdem sei der Wert um insgesamt 0,3 Jahre gefallen, sagte der Leiter der Sterbestatistik-Abteilung beim CDC, Robert Anderson. Ein derartiges Sinken sei seit der katastrophalen Spanischen Grippe nach dem Ersten Weltkrieg 1918 nicht mehr verzeichnet worden.

          „Wir sind ein hoch entwickeltes Land, wir haben viele Ressourcen, und wir sollten eigentlich eine steigende Lebenserwartung haben und keine sinkende“, sagte Anderson. In Deutschland beträgt die Lebenserwartung derzeit etwa 83 Jahre für Frauen und 78 Jahre für Männer.

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