https://www.faz.net/-gqe-a23r6

Langeweile im Beruf : 120.000 Euro für zwei Mails am Tag

Schlag auf Schlag: Nicht jeder, der im Büro sitzt, ist produktiv. Bild: mauritius images / Image Source

Es ist ein großes Tabu des Büroalltags: Manche Angestellte haben kaum etwas zu tun. Selbst hochbezahlte Anwälte klagen über Langeweile. Wie kann das sein?

          6 Min.

          Menschen glauben Erzählungen. Die von der modernen Arbeitswelt geht so: Wir arbeiten am Limit. Machen Überstunden, sind gehetzt, flexibel und ständig erreichbar. Verdichtung und Effizienz sind die Gebote der Stunde. Dabei immer schön kreativ bleiben. Die Sinnfrage stellen wir nach Feierabend, tagsüber funktionieren wir.

          Johannes Pennekamp
          Verantwortlicher Redakteur für Wirtschaftsberichterstattung, zuständig für „Die Lounge“.
          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          In dieser Erzählung steckt viel Wahrheit. Aber sie ist nicht vollständig. Es gibt krasse Ausnahmen.

          Daniel beispielsweise verdient 120.000 Euro im Jahr. Der junge Wirtschaftsanwalt – zwei Prädikatsexamen, ein Doktortitel – gehört damit zu den bestverdienenden 5 Prozent der Deutschen. Entsprechend viel arbeitet er, allerdings nur auf dem Papier. Vor Corona ging er um 9 Uhr ins Büro und verließ es um 21 Uhr, jetzt hat er dasselbe Pensum im Homeoffice. Trotzdem sitzt der Frankfurter abends manchmal in seiner Wohnung und fragt sich: „Was habe ich heute eigentlich den ganzen Tag gemacht?“ Die Antwort: „Eigentlich habe ich nur zwei Mails geschrieben.“

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          : Aktion

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Traut sich den Freestyle nicht zu: Baerbock macht Wahlkampf in Leipzig.

          Wahlkampf der Grünen : Baerbocks Rückfall

          Annalena Baerbock wollte die Grünen in die Mitte der Gesellschaft führen und so das Kanzleramt erobern. Der Plan ging nicht auf, die Kandidatin fiel auf halber Strecke in alte Muster. Wie konnte das passieren?
          Wird nun nicht mehr ausgeliefert: Ein französisches Jagd-U-Boot der Barracuda-Klasse in der Version für Australien

          Australiens Rüstungsgeschäft : Lärmende deutsche U-Boote

          Frankreich hat einst Deutschland beim australischen U-Boot-Auftrag ausgestochen. Über die Geschichte des größten Rüstungsauftrags in Australiens Geschichte.