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Langsames Internet : Wann Verbraucher ihre Zahlungen kürzen dürfen

  • Aktualisiert am

Das Ergebnis einer Downloadmessung ist auf der Breitbandmessung-App zu sehen. Bild: dpa

Das Internet ist viel langsamer als vom Anbieter versprochen? Dann haben Kunden das Recht, ihre Monatszahlungen zu kürzen. Die Regeln dafür hat die Bundesnetzagentur nun festgelegt.

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          Die Bundesnetzagentur hat Regeln festgelegt, auf deren Basis Verbraucher bei schlechtem Festnetz-Internet ihre Monatszahlungen kürzen dürfen. In einer Verfügung für das neue Minderungsrecht heißt es, dass die Verbraucher insgesamt 30 Tests an drei unterschiedlichen Kalendertagen durchführen müssen, wie die Regulierungsbehörde am Mittwoch in Bonn bekanntgab.

          Die Verbraucher müssen dabei die Desktop-App „breitbandmessung.de“ nutzen und ein LAN-Kabel verwenden. Das neue Minderungsrecht stärkt die Position des Verbrauchers gegenüber dem Anbieter erheblich. Ab dem 13. Dezember kann die Desktop-App mit den neuen Vorgaben genutzt werden oder durch ein anderes von der Behörde zertifiziertes Tool nachweisen.

          Konkret bedeutet das, dass Endkunden, bei denen beispielsweise nur 50 statt der zugesagten 100 Megabit pro Sekunde ankommen, nur 50 Prozent des monatlichen Entgelts bezahlen müssen. Das Recht zur Minderung besteht so lange, bis der Anbieter den Nachweis erbringt, dass er vertragskonform liefert.

          Internettarife enthalten ein Produktinformationsblatt, in dem der Anbieter die maximale und die minimale Übertragungsgeschwindigkeit sowie die normalerweise zur Verfügung stehende Datenrate angibt. Aus Sicht von Verbraucherschützern versprechen die Firmen in ihrer Werbung mitunter zu viel. Das Minderungsrecht könnte dazu führen, dass Internetprovider realistischere Angaben machen oder mehr Einsatz zeigen, um Internetanschlüsse zu verbessern, so die Hoffnung der Verbraucherschützer.

          Entschädigung, wenn der Techniker nicht kommt

          Telekommunikationsmodernisierungsgesetz (TKMoG), das seit Anfang Dezember im Kraft ist, stellt Verbraucher auch besser, wenn sich bei einer Störung keine Technikerin und kein Techniker einfindet. Bei geplatzten Terminen oder einem Ausfall des Telekommunikationsdienstes können Verbraucher eine kurzfristige Entstörung oder gegebenenfalls auch eine Entschädigung vom Anbieter verlangen.

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          Und zwar, wenn eine Störung nicht innerhalb von zwei Arbeitstagen beseitigt werden kann. Die Höhe der Entschädigung beträgt fünf Euro oder 10 Prozent des vertraglich vereinbarten Monatsentgelts ab dem dritten Tag und  zehn Euro oder 20 Prozent ab dem fünften Tag, je nachdem welcher Betrag höher ist.

          Wird ein vereinbarter Termin vom Anbieter versäumt, kann der Verbraucher dafür eine Entschädigung in Höhe von zehn Euro oder 20 Prozent des Monatsentgeltes verlangen. Falls aber der Kunde verantwortlich ist oder die Störung nicht im Einflussbereich des Unternehmens liegt, ist der Anbieter nicht in der Pflicht.

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