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Landwirtschaftsministerin : „Wir werden nicht verhungern“

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer geben eine Pressekonferenz zu den Auswirkungen des Coronavirus-Ausbruchs auf die Lebensmittelversorgung, die Mobilität und die Logistik. Bild: dpa

Deutschlands Verbraucher müssen sich darauf einstellen, dass manche Supermarktregale im Zuge der Corona-Krise immer mal wieder leer bleiben. Zugleich macht Landwirtschaftsministerin Klöckner klar: Bei den Grundnahrungsmitteln gibt es kein Problem.

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          Nicht jedes Supermarktregal wird wegen der Corona-Krise zu jeder Zeit voll sein. „Mit heimischen Nahrungsmitteln sind wir gut versorgt“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) am Donnerstag in Berlin – mit der Betonung auf „heimisch“. Klöckner machte aber auch keinen Hehl daraus, dass ihr die Personalengpässe in der Landwirtschaft und bei Lebensmittelherstellern Sorgen bereiten, etwa weil Arbeitskräfte aus Osteuropa wegen der teils geschlossenen Grenzen nicht mehr nach Deutschland kommen können. Auch Waren schaffen es jetzt schwerer über die Grenzen.

          Julia Löhr

          Wirtschaftskorrespondentin in Berlin.

          „Arbeitskräfte aus unseren Nachbarländern fallen sehr stark weg, das betrifft vor allem Schlachtbetriebe und Molkereien“, sagte Klöckner. Dabei handele es oft um Berufspendler aus Osteuropa. Den Landwirten fehlen die Saisonarbeitskräfte, auch diese kommen großteils aus Ländern wie Polen, Rumänien und Tschechien. Die neue Plattform zur Vermittlung von Erntehelfern funktioniere aber gut, sagte Klöckner. „Es geht darum, Logistik und Personal vom Acker bis zum Teller sicherzustellen.“

          Zu den Personalengpässen kommt erschwerend hinzu, dass Länder wie Vietnam, der drittgrößte Reisexporteur, schon Exportbeschränkungen auf den Weg gebracht haben. Im wichtigsten Reis-Anbauland Indien gilt eine dreiwöchige Ausgangssperre. Zugleich hat der Irak angekündigt, eine Million Tonnen Weizen und 250.000 Tonnen Reis zu kaufen, um eine Notfallreserve aufzubauen. Auch auf vielen Obst- und Gemüseplantagen in Südeuropa ruht derzeit wegen der Ausgangsbeschränkungen die Arbeit.

          Gefragt sind auch Reis, Nudeln und Mehl

          „Grundsätzlich bereitet es mir Sorge, wenn ein Markt, der auf Geben und Nehmen beruht, ins Stocken gerät“, sagte Klöckner. „Aber das können auch Chancen sein.“ Die Verbraucher, die sonst selbst in Dürrejahren vor vollen Regalen gestanden hätten, bekämen nun ein anderes Bewusstsein für Lebensmittel. „Aber eines ist auch klar. Wir werden nicht verhungern. Bei den Grundnahrungsmitteln sind wir wirklich gut aufgestellt“, betonte Klöckner. Nach den Zahlen des Statischen Bundesamts kaufen die Verbraucher nach wie vor deutlich mehr Lebensmittel als üblich, vor allem Produkte, die sich länger halten. Bei Reis belaufe sich die Steigerung auf mehr als 200 Prozent, der Nudel- und Mehlabsatz hat sich mehr als verdoppelt, berichtete die Ministerin.

          Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will die Versorgung mit einem „Gütertransportpakt für Deutschland“ sicherstellen. „Ich werde nicht mehr akzeptieren, dass die Brummifahrer teilweise schlecht behandelt werden“, sagte er. An die Verbraucher appellierte Scheuer, flexibel zu sein. „Wir haben Versorgungssicherheit, aber nicht in jedem Regal ist zu jeder Zeit jedes Produkt verfügbar. Wenn Müsli 1 mal aus ist, gibt’s auch noch Müsli 2.“

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