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Landwirtschaft : Wie Bodensee-Hopfen von Kleinbrauern profitiert

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Der Hopfenbauer Georg Bentele mischt mit einem Rechen die getrockneten Hopfendolden durch. Bild: dpa

Die Bauern in Tettnang am Bodensee bewirtschaften knapp drei Prozent der weltweiten Anbaufläche für Hopfen. Ein Großteil ihrer Ernte geht in alle Welt - dank einer amerikanischen Szene, die ihr Bier gern selber braut.

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          Mit einem großen Traktor fahren Georg Bentele und sein Sohn Robert durch die Hopfenreben. Eine Ranke nach der anderen schneidet die Maschine am Boden ab und sammelt sie hinten auf der Ladefläche. Der Hopfengarten liegt idyllisch nur wenige Kilometer von Tettnang und dem Bodensee entfernt. Ein Teil von Benteles Hopfen wird später einen weiten Weg zurücklegen: Das Bier, das daraus gebraut wird, trinken Verbraucher auf der ganzen Welt.

          „In jedem Land kann man ein Bier finden, in dem Tettnanger Hopfen steckt“, sagt der Geschäftsführer des Hopfenpflanzerverbands Tettnang, Jürgen Weishaupt. „Wir haben Kunden aus den Vereinigten Staaten, aus Japan, China, Südamerika oder auch Europa.“ Seit fast 170 Jahren wird die Pflanze in der Region angebaut. 1854 ging es noch ganz bescheiden mit drei Hektar los, dreißig Jahre später waren es nach Verbandsangaben bereits 648 Hektar. Heute bewirtschaften rund 150 Betriebe eine Fläche von 1200 Hektar.

          Die Region ist nach der Hallertau in Bayern das zweitgrößte Anbaugebiet in Deutschland und macht knapp drei Prozent der weltweiten Anbaufläche für Hopfen aus. In diesem Jahr ernten die Bauern nach offizieller Schätzung voraussichtlich 1420 Tonnen.

          Der Hopfenbauer kontrolliert eine aufgebrochene Hopfendolde. Bilderstrecke

          Größter Abnehmer ist Weishaupt zufolge Nordamerika, gefolgt von Japan. Rund 80 Prozent der Tettnanger Ernte gehe ins Ausland. Damit liegt die Exportquote über dem bundesweiten Durchschnitt: Von der gesamten Ernte in Deutschland werden laut Deutschem Hopfenverband jährlich rund 70 Prozent in über 100 Länder verkauft.

          Auch Georg Bentele verkauft einen Teil seiner Ernte ins Ausland. Vor einigen Jahren sei zufällig ein Amerikaner - und ausgesprochener Bierfreund - in seine Wirtschaft auf dem Hof gekommen, erzählt er. Aus einem Glas Bier wurde ein gutes Geschäft, seitdem liefert der Hopfenbauer regelmäßig nach Amerika. Sein Kunde sei wählerisch, sagt Bentele schmunzelnd. „Er kommt ab und zu her und sucht sich dann direkt seine Reben aus.“

          Zahl der Kleinbrauer in Amerika stark gestiegen

          Die Tettnanger Bauern profitieren von einer Bewegung, die vor einigen Jahren in Amerika aufkam: Den sogenannten Craft Breweries. Die ersten Handwerksbrauereien entstanden Ende der Siebziger Jahre, wie es beim amerikanischen Berufsverband Brewers Association heißt. Damals seien die verschiedenen Biersorten, die von Einwanderern ins Land gebracht wurden, nach und nach verschwunden. „Das Bier selbst herzustellen war die einzige Möglichkeit, um die verschiedenen Biertraditionen und -sorten anderer Länder zu erleben.“

          Die Anzahl der Craft Brewer ist seitdem kräftig gestiegen - von acht im Jahr 1980 auf mehr als 2300 Brauereien im Jahr 2012. Die Bewegung sei von den USA auch in andere Länder übergeschwappt, sagt Weishaupt: „Nach Brasilien, Italien, Japan, China. Auch in Deutschland gibt es eine kleine Szene.“

          Inzwischen experimentierten die Handwerksbrauereien vielerorts mit ungewöhnlichen Geschmacksrichtungen: „Die wollen alles, was anders ist“, sagt Weishaupt. Es gebe inzwischen sogar Aromahopfen mit dem Geschmack von Mandarinen und Eisbonbons - dabei handele es sich um neue Züchtungen am Hopfenforschungszentrum Hüll in Bayern. „Auf ganz natürliche Art und Weise kommen so fruchtige Noten in den Hopfen und man muss den Bieren nicht Extraktauszüge zusetzen.“

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