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Landwirtschaft : Amflora und ein Anfang

Die Entscheidung der EU-Kommission, den Anbau der Genkartoffel Amflora zuzulassen, war überfällig. Doch ist das auch ein Signal für das Aufblühen der grünen Gentechnik? In manchen Kreisen der Bevölkerung genießt die Pflanzengentechnologie einen ähnlich gefährlichen Ruf wie die Atomkraft.

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          Die Entscheidung der EU-Kommission, den Anbau der Genkartoffel Amflora zuzulassen, war überfällig. Nach einem 13 Jahre währenden Zulassungsprozess und mehreren wissenschaftlichen Unbedenklichkeitsbescheinigungen der europäischen Lebensmittelbehörde blieb der Kommission auch gar nichts anderes mehr übrig.

          Der Gerichtsweg, den der Chemiekonzern BASF als Entwickler der Amflora gegen die Kommission schon eingeleitet hatte, wäre jedenfalls aussichtsreich gewesen.

          Doch die Hoffnung der BASF, dass die Genehmigung der Amflora auch ein Signal für das Aufblühen der grünen Gentechnik ist, könnte verfrüht sein, jedenfalls in Deutschland. In manchen Kreisen der Bevölkerung genießt die Pflanzengentechnologie einen ähnlich gefährlichen Ruf wie die Atomkraft. Das kann sich erst ändern, wenn die Unbedenklichkeit des Vorreiters Amflora nicht nur in wissenschaftlichen Dossiers, sondern auch nach der Ernte erkennbar wird.

          Bis dahin wird es an den Feldern vermutlich heftige Proteste geben. Die BASF und ihre Wettbewerber werden gut daran tun, die erst vor kurzem begonnene Akzeptanz-Kampagne für die grüne Gentechnik zu verstärken.

          Michael Psotta
          Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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